Bauchschmerzen, anhaltender Durchfall, Erschöpfung: Hinter solchen Beschwerden können chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) stecken. In der aktuellen Folge des Klinikum-Dortmund-Podcasts "Medizin am Mikrofon" spricht Moderator Sascha Staat mit Dr. Martin Fähndrich, Leitender Arzt und stellvertretender Klinikdirektor der Inneren Medizin, über Ursachen, Diagnose und moderne Behandlungsmöglichkeiten.
Zu den CED zählen vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Während bei Colitis ulcerosa ausschließlich der Dickdarm betroffen ist, kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt befallen. Beide Erkrankungen verlaufen meist in Schüben – mit Phasen, in denen Betroffene beschwerdefrei sind. Typisch sind Bauchschmerzen und Durchfälle, oft über Wochen hinweg. "Wenn Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten, sollte man unbedingt der Ursache auf den Grund gehen", erklärt Dr. Fähndrich.
Frühzeitige Diagnose ist entscheidend
In Deutschland leben schätzungsweise 600.000 bis 800.000 Menschen mit einer CED. Tendenz steigend. Die Erkrankungen sind komplex und können nicht nur den Darm betreffen: Auch Gelenke, Haut, Augen oder die Leber können in Mitleidenschaft gezogen werden. Wichtig ist daher eine frühzeitige und genaue Diagnose, etwa durch Blut- und Stuhluntersuchungen sowie endoskopische Verfahren.
Am Klinikum Dortmund werden Betroffene im Rahmen der sogenannten ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt. Dabei arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen. Von Gastroenterologie über Chirurgie bis hin zu niedergelassenen Spezialisten in Dortmund. Ziel ist eine individuell abgestimmte Therapie.
Ziel ist eine dauerhafte Remission
Gerade in den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert. Neben klassischen entzündungshemmenden Medikamenten kommen heute moderne Biologika zum Einsatz, die gezielt in das Entzündungsgeschehen eingreifen. "Durch den frühzeitigen Einsatz moderner Therapien können wir heute oft verhindern, dass bleibende Schäden im Verdauungssystem entstehen", so Fähndrich.
Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung dauerhaft in eine Ruhephase (Remission) zu bringen und Schübe zu vermeiden. Dabei spielt auch der Lebensstil eine Rolle: Eine ausgewogene, möglichst unverarbeitete Ernährung kann unterstützen, während Rauchen den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst.
Gute Aufklärung und enge Begleitung
Die gute Nachricht für Betroffene: Mit der richtigen Therapie können viele Patientinnen und Patienten ein weitgehend normales Leben führen. "Wir können den Menschen viel Mut machen. Entscheidend sind eine gute Aufklärung, eine enge Begleitung und eine individuell passende Therapie", betont Dr. Fähndrich.
Wer mehr über das Thema erfahren möchte, kann die aktuelle Folge von "Medizin am Mikrofon" auf Spotify und YouTube anhören.



