21.01.2016 - Ist die Operation nötig? Immer mehr Patienten lassen zweiten Arzt über ihre Befunde schauen

Vier Augen sehen mehr als zwei: Wenn sich Patienten bei einer Diagnose oder Therapie-Empfehlung unsicher sind, können sie eine zweite ärztliche Meinung einholen. Dieser Anspruch ist seit kurzem sogar rechtlich gestärkt – und wird auch rege genutzt: Das Klinikum Dortmund hat im zurückliegenden Jahr 2015 einen Anstieg der Anfragen um rund 27 Prozent verzeichnet – verglichen mit 2013. Damals wurde im Klinikum das NRW-weit erste Zweitmeinungszentrum etabliert.

Ist die Operation nötig? Immer mehr Patienten lassen zweiten Arzt über ihre Befunde schauen

Waren es in 2013 noch 348 Anfragen von Patienten, stieg diese Zahl in 2015 auf 442. „Für die Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie kommen nahezu täglich Anfragen, insgesamt gehen 80 Prozent aller Zweitmeinungs-Anfragen in diese Bereiche“, erklärt Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation des Klinikums Dortmund. Die restlichen verteilen sich in jeweils relativ geringer Menge auf Urologie, Haut, Augen, Neurologie usw.

In der Regel wollen die Patienten eine zweite Meinung zur Frage, ob eine Operation wirklich nötig ist. Es gibt auch Patienten, die Fragen zu ganz speziellen Therapieformen haben, z.B. Knorpeltherapie, 3-D-gedruckte Knieprothese oder Prothesenwechsel. „Wir erleben zudem Patienten in unseren Zweitmeinungsgesprächen, die glauben, dass bei ihnen ein Fehler gemacht wurde. Sie wollen dazu dann eine zweite Meinung hören“, erklärt Prof. Dr. Christian Lüring, Direktor der Klinik für Orthopädie im Klinikum Dortmund.

 

Zweitmeinung kann von OP abraten

In der Orthopädie werden in der Regel rund 75 Prozent der Fälle bestätigt, nur in jedem 4. Fall sind die Ärzte des Klinikums anderer Meinung als die Empfehlung des ersten Arztes. Das kann dann z.B. ein Patient sein, dem vom auswärtigen ersten Arzt eine sofortige Knieprothese empfohlen wurde – und bei dem sich aber dann im Klinikum im Rahmen der „zweiten Meinung“ herausstellt, dass seine Beschwerden noch keine Knieprothese nötig machen. In solchen Fällen sind also die konservativen Methoden noch nicht „ausgereizt“, die Operation kann weit später im Leben erfolgen.

 

In der Wirbelsäulenchirurgie wird zirka jeder zweite Fall per Zweitmeinung bestätigt, in einem weiteren Viertel der Fälle wird die Diagnose des ersten Arztes bestätigt, aber in ihrer Aussage und Konsequenz modifiziert – und in dem restlichen Viertel der Fälle kommen die Wirbelsäulen-Experten des Klinikums zu einem anderen Ergebnis als die „erste Meinung“. „Es gibt immer mal wieder Fälle, bei denen man sich schon etwas über den bisherigen Verlauf wundert“, sagt PD Dr. Jörg Franke, Direktor der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie im Klinikum Dortmund.

 

Laut Sozialgesetzbuch hat jeder Patient das Recht, sich eine zweite Meinung von einem Arzt einzuholen. Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse getragen.

 

Termin innerhalb von zwei Wochen möglich

Das Zweitmeinungszentrum im Klinikum Dortmund ist kein Institut mit eigenen Räumen, sondern versteht sich als übergreifendes Angebot aller 25 Kliniken im Haus. Patienten erhalten am einfachsten über die Klinik-Homepage einen Termin: www.klinikumdo.de/zmz

 

Dort können sie dann auch kurz ihr Anliegen schildern. Je nach Terminlage sind die Kliniken bemüht, dass der Patient innerhalb von zwei Wochen einen Termin bekommt. Wer keinen Internetzugang hat, kann auch telefonisch über die einzelnen Kliniken des Klinikums direkt einen Termin für eine zweite Meinung erfragen.

 

 

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Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 21270
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