Klinikum Dortmund baut Versorgung bei „Grünem Star“ aus

Priv.-Doz. Dr. Raffael Liegl, seit Juli 2025 Direktor der Augenklinik

Die Augenklinik des Klinikums Dortmund hat erstmals ein innovatives Drainageimplantat (PAUL-Glaukom-Implantat) zur Behandlung eines fortgeschrittenen Glaukoms eingesetzt.

Ein Glaukom – umgangssprachlich auch Grüner Star genannt – ist eine chronische Augenerkrankung, bei der der Sehnerv nach und nach geschädigt wird. Häufig entsteht dies durch einen erhöhten Augeninnendruck, der das empfindliche Nervengewebe belastet. Die Krankheit verläuft meist schleichend und bleibt lange unbemerkt, weil das Sehvermögen erst in späten Stadien beeinträchtigt wird. Wird sie jedoch früh erkannt und behandelt, lässt sich ein Fortschreiten oft verhindern.

Innovatives Implantat eröffnet neue Therapieoptionen beim Glaukom

Das PAUL-Glaukom-Implantat verbessert den Abfluss des Kammerwassers und kann dadurch langfristig den Augeninnendruck senken, der beim Vorliegen zu hoher Werte den Sehnervenkopf schädigt. Im Ruhrgebiet wurde dieses Implantat nun erstmalig implantiert. Für Patientinnen und Patienten eröffnen sich dadurch neue therapeutische Möglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung wirksam bremsen können. Studien zeigen sehr gute Behandlungsergebnisse – auch bei Patientinnen und Patienten, die bereits zuvor operiert wurden.

Durchgeführt wurde der Eingriff von Priv.-Doz. Dr. Raffael Liegl, seit Juli 2025 Direktor der Augenklinik. „Das Glaukom ist eine der tückischsten Augenerkrankungen. Es verläuft schleichend, macht oft lange keine Beschwerden und kann unbehandelt zur Erblindung führen“, erklärt Liegl. „Moderne operative Verfahren sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Datum: 22.01.2026 Behandlung. Patientinnen und Patienten werden heute deutlich früher operiert als noch vor einigen Jahren.“ Die Einführung des neuen Drainageimplantats sei nur eine von mehreren Therapieoptionen, die nun in Dortmund zur Verfügung stehen.

Ausbau des Glaukomschwerpunkts: Spezialisierte Versorgung am Klinikum Dortmund

Der Eingriff markiert zugleich den Beginn einer strukturellen Erweiterung der augenärztlichen Schwerpunkte am Klinikum. Neben den Netzhauterkrankungen, bei deren Behandlung die Klinik seit Jahrzehnten zu den führenden Adressen zählt, bildet das Glaukom ein zweites zentrales Arbeitsfeld. Ausschlaggebend dafür ist die wachsende Zahl an Betroffenen in einer alternden Bevölkerung sowie die zunehmende Komplexität der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Herzstück des Ausbaus ist die Etablierung eines eigenen Bereichs für Glaukomerkrankungen unter neuer oberärztlicher Leitung. Die Klinik möchte damit eine noch stärkere Spezialisierung ermöglichen und den Zugang zu moderner Diagnostik, individueller Betreuung und unterschiedlichen operativen Verfahren verbessern.

Auch die ambulanten Angebote werden neu geordnet. Um Wartezeiten zu verkürzen und eine zielgerichtete Versorgung zu gewährleisten, richtet die Augenklinik spezielle Glaukomsprechstunden ein. Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten können diese künftig am Freitag wahrnehmen, benötigen hierfür jedoch eine Überweisung ihres Augenarztes. Privatversicherten und Selbstzahlern steht am Donnerstag eine eigene Sprechstunde zur Verfügung. „Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten den Zugang zu spezialisierter Expertise erleichtern“, betont Dr. Liegl. Gerade das Glaukom erfordere engmaschige Kontrollen und individuell abgestimmte Therapieentscheidungen – Anforderungen, die sich nur in spezialisierten Strukturen zuverlässig erfüllen ließen.

Das neue Drainageimplantat steht beispielhaft für den technologischen Fortschritt in der Augenheilkunde. Bei fortgeschrittenem Glaukom oder Glaukomtypen, die nicht auf die üblichen Therapien ansprechen, stoßen klassische Behandlungsmethoden wie Augentropfen oder Lasertherapien oft an ihre Grenzen. Operative Verfahren ermöglichen es heute, den Augeninnendruck nachhaltig zu stabilisieren und den Sehnerv vor weiteren Schäden zu schützen.

Zukünftige Planung

Die Dortmunder Augenklinik plant, auch künftig neue wissenschaftliche Entwicklungen frühzeitig in die Versorgung einzubinden. Mit dem Ausbau des Glaukomschwerpunkts positioniert sich das Klinikum Dortmund noch stärker als moderne Anlaufstelle für Menschen mit komplexen Augenerkrankungen.

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Matthias Lackmann (verantwortlich)
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