30.08.2014 - Krampfadern - nur kosmetischer Makel oder ernsthafte Erkrankung?

Sommerzeit, die Zeit der kurzen Röcke und Hosen. Doch der freie Blick aufs Bein ist oft mit großer Scham verbunden, denn in Deutschland haben fast die Hälfte der Männer und fast Dreiviertel der Frauen Krampfadern. Von den Medizinern werden sie Varikosis genannt. Manchmal sind es nur kleine Äderchen („Besenreißer“), manchmal können sie aber auch fingerdick sein und sich unter der Haut über das ganze Bein verteilen. In der Regel stellt sich aber in allen Fällen die Frage: Ist das einfach nur unschön, also eher ein kosmetisches Problem, oder sind Krampfadern gar ein Alarmsignal der Beine? Dortmunder Venenexperten des Klinikums Dortmund und der Gefäßpraxis Kampstraße informieren:

 

 


 Die Entstehung der Krampfadern beruht auf defekten Venenklappen, die nicht mehr richtig schließen. Das Blut staut sich also in den Venen. Risikofaktoren für Krampfadern sind familiäre Belastung, das weibliche Geschlecht und Schwangerschaften sowie Übergewicht und Bewegungsmangel. Löst man den Blutstau nicht spürbar, werden immer mehr Venen geschädigt. Die Krampfadern werden immer schlimmer. Es kommt zur Beinschwellung und schließlich zu Hautschäden, im Extremfall sogar zu einem offenen Bein. Sind bereits Hautschäden und Geschwüre an den Knöchel (Ulcus cruris venosum) entstanden, wird die Behandlung wesentlich komplizierter und vor allem langwieriger.

 

 

Genau dies ist der Grund, warum auf Venenerkrankungen spezialisierte Mediziner wie Gefäßchirurgen, Hautärzte und Phlebologen Krampfadern untersuchen sollten, um hierbei eine ernstzunehmende Erkrankung von einem kosmetischen Problem unterscheiden zu können. Die wichtigste Untersuchung ist neben der körperlichen Untersuchung der Ultraschall. Ohne Röntgenstrahlen, Kontrastmittel oder gar Spritzen kann hier eine genaue Bestandsaufnahme des Venensystems erfolgen. Sind dabei die großen Venen, sogenannten Leitvenen, in Ordnung, kann es sich tatsächlich nur um ein kosmetisches Problem handeln. Wenn nicht, so liegt eine Venenerkrankung vor, die behandlungsbedürftig ist.

 

Behandlung bedeutet nun aber nicht immer Operation. Gut sitzende Kompressionsstrümpfe, Bewegung, Beine hochlegen und kalte Güsse lassen die Krampfadern zwar nicht verschwinden, machen aber das Leben leichter und können eine Verschlimmerung verhindern. Sogenannte Venenmittel und Venensalben können im Einzelfall ebenfalls wohl tun; eine Wirkung konnte allerdings wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden. Ist tatsächlich eine operative Therapie erforderlich, um Komplikationen durch die Krampfadern zu verhindern oder zu behandeln, so werden die erkrankten oberflächlichen Venen gezogen („stripping“), was über kleine Schnitte möglich ist. Meistens entstehen nach solch einem Eingriff größere Blutergüsse, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Trägt man nach dem chirurgischen Eingriff konsequent einen Kompressionsstrumpf, haben die Patienten meist keine oder nur wenig Schmerzen, so dass die Einnahme von Schmerzmitteln nur gering ist.

 

Weniger Schnitte und Blutergüsse entstehen unter Verwendung von neueren Operationsmethoden, bei denen die erkrankten Venen mittels Katheter vom Gefäßinneren zerstört werden. Es stehen mehrere Verfahren zu Verfügung, wobei sich unter diesen Verfahren derzeit die sogenannte Radiofrequenzobliteration (RFO) durchgesetzt hat. Allerdings werden die Kosten für die neuen Verfahren nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

 

Alle Operationsmethoden, auch die traditionelle, sind mit geringen Schmerzen und niedrigeren Komplikationsraten problemlos als ambulanter Eingriff durchführbar. Die Vorteile der ambulanten Operation liegen in der frühen Bewegung, die Thrombosen verhindert, und der Möglichkeit, sich in der gewohnten Umgebung verwöhnen zu lassen. Wenn es sich um einen sehr ausgeprägten Befund oder einen Wiederholungseingriff handelt und zusätzlich schwere Nebenerkrankungen bestehen, kann eine Operation unter stationären Bedingungen erforderlich sein. Sollten nach Abklingen der Blutergüsse noch kleinere störende Seitenäste zurückgeblieben sein, können diese entweder in örtlicher Betäubung entfernt oder verödet werden. Ebenso können kosmetisch störende Besenreiser verödet oder mit einer Laserbehandlung zum Verschwinden gebracht werden.

 

Doch ob nach einer kosmetischen oder medizinischen Behandlung: Die Krampfadern können wieder auftreten. Deswegen ist es auch danach erforderlich, durch eine entsprechende Lebensweise das Venesystem zu schützen und eine gelegentliche Kontrolle durch einen Venenspezialisten durchführen zu lassen.

 

Dortmunder Venenexperten:

Prof. Dr. Dorothée Nashan, Hautklinik Klinikum Dortmund
Dr. Pia Dücker, Hautklinik Klinikum Dortmund
Dr. Markus Winkler, Gefäßchirurgie Klinikum Dortmund
Dr. Gerhard Neumann, Gefäßchirurgie Klinikum Dortmund
Dr. Jutta Möllers, Gefäßpraxis Kampstraße
Dr. Dirk Pahlow, Gefäßpraxis Kampstraße
Dr. Hans-Joachim Schäfermeier, Gefäßpraxis Kampstraße
Dr. Gerd-Thomas Klaucke, Gefäßpraxis Kampstraße

 

 

Marc Raschke
Leiter der Unternehmenskommunikation

Klinikum Dortmund gGmbH
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
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