03.03.2014 - Operation oft unnötig: Mehr als jeder zweite Fall kann konservativ behandelt werden

Ein Jahr nach Einrichtung des seinerzeit ersten Zweitmeinungszentrums in NRW zieht das Klinikum Dortmund eine positive Zwischenbilanz. 348 Anfragen sind seit Januar 2013 eingegangen, in gut 80 Prozent der Fälle (277 Anfragen) waren sie an Orthopäden und Wirbelsäulenchirurgen gerichtet. Dies zeigt, dass insbesondere Patienten mit Knochen- und Gelenkbeschwerden gern eine zweite Meinung einholen, bevor sie einer Therapie zustimmen. Und egal, ob Knie, Hüfte oder Rücken: Letztlich lohnt es sich, sowohl für den Patienten als auch für das Gesundheitssystem. Denn: „In zwei von drei Zweitmeinungsfällen konnten wir in der Orthopädie eine konservative Therapieempfehlung geben. Das heißt, bei diesen Patienten war keine Operation nötig“, sagt Prof. Dr. Bernd-Dietrich Katthagen, Direktor der Klinik für Orthopädie im Klinikum Dortmund.


Auch sein Kollege Dr. Jörg Franke, Direktor der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie, hat Ähnliches beobachtet. Allein seit Oktober 2013 waren 35 Patienten zur Zweitmeinung bei ihm. Von diesen Patienten hatten 17 eine OP-Indikation. Den anderen 18 wurde eine konservative Therapie geraten, drei von diesen waren voroperiert „Im Schnitt hat also nur jeder zweite Patient, der sich über unser Zweitmeinungszentrum an uns wendet, auch tatsächlich eine Wirbelsäulenerkrankung, die einer Operation bedarf“, sagt der Mediziner. Allen anderen könne man z.B. mit Medikamenten oder einer gezielten Physiotherapie helfen. Entsprechend zufrieden seien die Patienten, die den Rat im Zweitmeinungszentrum des Klinikums Dortmund suchen.

 

„Das Knie war nahezu unauffällig“

Ein Zweitmeinungs-Fall ist Prof. Katthagen dabei noch besonders in Erinnerung geblieben: Eine Patientin hatte starke Oberschenkel- und Kniebeschwerden und sollte andernorts eine Knieprothese bekommen. Ihre Schmerzen waren so stark, dass sie nicht mehr laufen konnte. Bei der Untersuchung im Klinikum Dortmund zeigte sich dann allerdings, dass die eigentliche Erkrankung am Hüftgelenk war. „Das Knie war nahezu unauffällig, wie wir anhand von Röntgenbildern und Untersuchungen feststellen könnten“, sagt Prof. Katthagen. Eine Knieprothese hätte also definitiv keine Linderung gebracht.

 

Zweitmeinungen auch für Krankenkassen vorteilhaft

Neben dem Zweitmeinungszentrum des Klinikums Dortmund erstellt Prof. Katthagen auch im Auftrag der AOK entsprechende Gutachten. Hier schickt die Krankenkasse gezielt Patienten zu ihm, um unabhängig beurteilen zu lassen, welche Therapieentscheidung im Einzelfall sinnvoll ist. „Auch hier können wir jedes Mal wirklich helfen und zum Teil auch von unnötigen Operationen abraten“, so Prof. Katthagen.

 

Termin für eine zweite Meinung am besten über das Internet

Das Zweitmeinungszentrum im Klinikum Dortmund ist kein Institut mit eigenen Räumen, sondern versteht sich als übergreifendes Angebot aller 24 Kliniken im Haus. Patienten erhalten am einfachen über die Klinikhomepage einen Termin:

 

http://www.klinikumdo.de/aufenthalt/feedback/zweitmeinungszentrum/

 

Dort können sie dann auch kurz ihr Anliegen schildern. Je nach Terminlage sind die Kliniken bemüht, dass der Patient innerhalb von zwei Wochen einen Termin bekommt. Wer keinen Internetzugang hat, kann auch telefonisch über die einzelnen Kliniken des Klinikums direkt einen Termin für eine zweite Meinung erfragen.

 

 

 

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