Pilotprojekt vorgestellt: Klinikum testet Bodycams in den Notaufnahmen

Michael Kötzing

Arbeitsdirektor Michael Kötzing stellte sich den Fragen der Medien.

Das Klinikum Dortmund erprobt erstmals den Einsatz von Bodycams in den Notaufnahmen. Ziel des auf drei Monate angelegten Pilotprojekts ist es, Mitarbeitende in konfliktbelasteten Situationen besser zu schützen und zugleich präventiv zu wirken.

Hintergrund des Pilotprojekts ist die bundesweit zu beobachtende Zunahme von Aggression und Übergriffen gegenüber medizinischem Personal. Die Notaufnahmen der Kliniken sind davon besonders betroffen. Am Mittwoch (18.3.) informierten Verantwortliche der Klinikum Dortmund gGmbH in einer Pressekonferenz über das Projekt. „Die Bodycams sollen als Instrumente der Deeskalation möglichst präventiv wirken und Mitarbeitende in schwierigen Situationen unterstützen“, erklärte Michael Kötzing, Arbeitsdirektor und Geschäftsführer. Erste Erfahrungen bestätigen die positive Wirkung.

Deeskalierende Wirkung 

Die Geräte kommen vor allem im Empfangsbereich der Notaufnahmen in den Klinikzentren Mitte und Nord sowie in den Notaufnahmen von Kinderklinik und Kinderchirurgie zum Einsatz. Sie werden ausschließlich in Situationen aktiviert, die sich erkennbar zuspitzen und in denen die Anwendenden vom Einsatz der Kamera eine deeskalierende Wirkung erwarten. Während medizinischer Behandlungen oder in vertraulichen Gesprächen werden sie nicht eingesetzt. Die Nutzung der Bodycams ist für die Mitarbeitenden freiwillig.

Eine Aufzeichnung wird grundsätzlich mit Ankündigung per Knopfdruck gestartet und ist für das Gegenüber deutlich erkennbar. Daueraufzeichnungen ohne konkreten Anlass erfolgen nicht. Die Kameras verfügen zusätzlich über einen integrierten Notrufknopf, mit dem in kritischen Situationen schnell Unterstützung angefordert werden kann. „Wir fühlen uns allein schon durch das Tragen der Kameras sicherer“, sagt Christian Eggers, Pflegerische Leitung in der Zentralen Notaufnahme am Klinikzentrum Nord.

Teil eines umfangreichen Sicherheitskonzepts

Der Zugriff auf die Videos ist auf wenige befugte Personen beschränkt; auch die Nutzer selbst können sie nicht einsehen. Eine Sichtung geschieht ausschließlich, wenn ein Vorfall über ein entsprechendes Meldeformular dokumentiert wurde. Ohne einen solchen Anlass werden die Daten automatisch gelöscht.

Das Pilotprojekt ist Teil eines umfassenden Konzepts zum Schutz der Beschäftigten im Klinikum Dortmund. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem ein strukturiertes Zugangssystem, der Einsatz eines Sicherheitsdienstes und Deeskalationstrainings für Mitarbeitende.

Das Projekt wurde im Vorfeld rechtlich geprüft und eng mit dem Betriebsrat abgestimmt. Für den Umgang mit den Aufnahmen wurde ein Konzept entwickelt, das Speicherung, Zugriff und Löschung der Daten klar regelt und die Anforderungen des Datenschutzes erfüllt.

Die Testphase läuft zunächst bis Ende Mai. Anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit dem Betriebsrat entschieden, ob die Bodycams dauerhaft eingesetzt werden.

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Pressekontakt

Matthias Lackmann (verantwortlich)
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

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