07.07.2014 - Radiologen im Klinikum Dortmund lassen Tumor in Leber "verschwinden"

Ein Tumor in der Leber galt lange Zeit als Todesurteil. Noch dazu, wenn er – wie bei Dieter Neumann – zentral im Organ lag und damit eigentlich nicht mehr zu operieren war. Doch der 78-Jährige aus Schmallenberg im Sauerland hatte Glück im Unglück: Drei Monate, nachdem er als Notfall per Hubschrauber ins Klinikum Dortmund eingeflogen wurde, ist auf den Röntgen-Bildern von seinem einst zehn Zentimeter großen Tumor in der Leber nichts mehr zu sehen. Die Ärzte geben Entwarnung, Dieter Neumann kann es immer noch nicht fassen. „Da bin ich dem Sensemann wohl von der Schüppe gesprungen“, sagt er freimütig. Dabei sah es zunächst sehr bedrohlich aus.


 

Anfang Februar 2014 war er mit drei Litern Blut im Bauchraum per Helikopter eingeflogen worden. Der Tumor hatte die Leber derart angegriffen, dass ein Gefäß beschädigt war, aus dem nun Blut ungehindert floss. „Ich hatte lange Zeit nicht gemerkt, wie schlimm es um meine Leber stand. Eine Leber jammert ja nicht, sie meldet keine Schmerzen“, sagt Neumann. In seiner Heimat Schmallenberg war ihm seinerzeit nur plötzlich etwas schlecht geworden, kurz danach brach er dann zusammen.

 

Über die Leiste wurde ein dünner Katheter bis in die Leber vorgeschoben

Die Radiologen stoppten die Blutungen, indem sie beim Patienten über die Arterie in der Leiste einen dünnen Katheter bis in die Leber hochschoben. „Wir haben dann über diesen Katheter die Stelle zunächst einmal verschlossen“, erklärt Dr. Jens-Christian Altenbernd, Sektionsleiter Interventionelle Radiologie in der Klinik für Radiologie, seit Dezember 2013 unter anderem zuständig für alle interventionellen onkologischen Verfahren in der Radiologie. Dr. Altenbernd war zuvor hauptverantwortlich für radiologische Interventionen an der Universitätsklinik Essen. Der Tumor von Dieter Neumann war mit dem ersten Eingriff allerdings nur „antherapiert“, denn das Hauptziel war in der Notfallsituation, die Blutung zu stillen. Sechs Wochen nach dem Noteingriff erfolgte dann eine Spezialbehandlung der Krebszellen mit einem Chemotherapeutikum – wieder gezielt per Katheter.

 

 

Chemo-Therapie wirkt lokal begrenzt und dadurch intensiver

„Natürlich kann man einen solchen Tumor auch mit einer klassischen Chemotherapie systemisch behandeln, aber dabei gerät eben der ganze Körper in Mitleidenschaft, was gerade bei älteren oder geschwächten Patienten aufgrund der Nebenwirkungen ungünstig ist. Deshalb empfiehlt es sich, die Chemo-Therapie lokal auf die Leber zu begrenzen und dort dann höher konzentriert wirken zu lassen“, sagt Dr. Altenbernd. Je nach Therapie können die Radiologen im Klinikum Dortmund sogar Trägerpartikel in der Leber platzieren, die gleichmäßig über einen längeren Zeitraum den Therapie-Wirkstoff abgeben.

 

Das Tumorgewebe ist ausgehungert

Dr. Altenbernd bremst jedoch allzu große Euphorie. „Der Tumor ist damit nun aber nicht komplett weg, er ist nur insgesamt so klein, dass er im Röntgenbild nicht mehr darstellbar ist und nicht mehr therapiert werden muss. Das Tumorgewebe ist ausgehungert, blutleer und stirbt ab, aber es ist noch in der Leber. Wir kontrollieren das jetzt regelmäßig. Und wenn es doch wieder größer werden sollte, können wir wieder gezielt therapieren“, sagt Dr. Altenbernd. „Damit können wir den guten Zustand des Patienten über viele Jahre stabil halten. Dieter Neumann ist glücklich, lobt seinen Arzt über alle Maße. „Der hat sich so viel Mühe gegeben, danke.“

 

 

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