Der kleine Jacob ist erst acht Monate alt, doch er hat schon mehr medizinische Behandlungen hinter sich als so mancher Erwachsener in seinem ganzen Leben. Er kam viel zu früh zur Welt und wog bei seiner Geburt nur knapp 580 Gramm. Sein Herz arbeitet nicht richtig.
Nach einem langen Aufenthalt auf der neonatologischen Intensivstation des Klinikums Dortmund kommen Jacob und seine Mutter nun regelmäßig zur Kontrolle in die Kinderkardiologische Ambulanz der Kinderklinik. Zu Dr. Alfred Windfuhr, dem Leiter der Abteilung, besteht längst ein enges Vertrauensverhältnis – eine wichtige Stütze für die Eltern, die bald einer großen Operation ihres Sohns entgegensehen. Bei Jacob soll eine schwere Herzfehlbildung, die sogenannte Fallot’sche Tetralogie, korrigiert werden – der häufigste komplexe angeborene Herzfehler, bei dem gleich vier anatomische Defekte zusammenkommen.
Stabile Werte und Hoffnung auf Heilung
Doch an diesem Tag kann Dr. Windfuhr zufrieden sein: Jacobs Werte sind stabil, und dem Eingriff in der Klinik in Münster steht nichts mehr im Wege. „Jacob hat trotz seines schweren Starts ins Leben alle Klippen super gemeistert“, sagt er. Die Gefäße in die Lunge und die sich nicht gut öffnende Herzklappe sind in der Größe gut ausgebildet – gute Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg der Korrektur-Operation. Gemeinsam mit den Eltern bespricht der Arzt noch die Medikamentierung, die regelmäßig angepasst werden muss. Denn Jacob hat mittlerweile fast das Zehnfache seines Geburtsgewichts erreicht.
Rund 4000 Kinder und Jugendliche werden jährlich in der von Dr. Windfuhr und Claudia Schäfer geleiteten Kinderkardiologischen Ambulanz behandelt – viele von ihnen mit angeborenem Herzfehler, der häufigsten Organfehlbildung überhaupt. Knapp die Hälfte der kleinen Patientinnen und Patienten mit angeborenem Herzfehler braucht einen Eingriff am Herzen oder zumindest regelmäßige Kontrollen, oft bis ins Erwachsenenalter. Auch Kinder mit erworbenen Herzkrankheiten finden hier Hilfe, etwa der 15-jährige Schüler, bei dem ein Tumor entdeckt wurde, der auf das Herz drückt. Während seiner onkologischen Therapie wird er in der Ambulanz engmaschig betreut.
Starke Herzen brauchen Bewegung
Kinder mit Herzfehlern müssen im Alltag häufig Einschränkungen hinnehmen. Manche Sportarten oder Aktivitäten sind für sie zu belastend – so auch herkömmliche Schwimmkurse. Dabei wäre Bewegung im Wasser gut, um ihre Herzen und ihre Selbstvertrauen zu stärken. Mit finanzieller Unterstützung durch die PSD-Bank kann die Kinder-Kardiologie des Klinikums das nun seit Anfang des Jahres ermöglichen. Einmal pro Woche treffen sich die kleinen Kämpfer in einem geschützten Umfeld und mit ärztlicher Begleitung, um gemeinsam mit gesunden Kindern Spaß im Wasser zu haben und Schwimmen zu lernen.




