Masern

Keine harmlose Kinderkrankheit!

Die Masern sind eine häufig schwer verlaufende Virusinfektion. Diese wird ausschliesslich von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion) und ist hochansteckend. Epidemiologische Studien zeigen, dass eine infizierte Person etwa 15 neue Infektionen verursachen kann in einer gänzlich empfänglichen Bevölkerungsgruppe. Die Masern werden gern als harmlose Kinderkrankheit angesehen. Auch in Ländern mit hoch entwickelten Gesundheitssystemen kommen schwere, z. T. tödliche Verläufe vor. Dies hängt mit einer starken Immunsuppression zusammen, die während und nach einer Maserninfektion auftritt. Hierdurch kommt es zu bedrohlichen Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung. Weltweit kam es zu etwa 500.000 Todesfällen pro Jahr. Durch Impfaktionen z.B. unterstützt durch die Bill and Melinda Gates Foundation konnte diese Zahl um etwa 2/3 reduziert werden.

Die Masern könnten durch ausreichend hohe Impfquoten gänzlich ausgerottet werden, so wie es schon mit den Pocken gelungen ist. Hierzu ist es erforderlich, dass >95% aller Personen immun sind. In Deutschland wird dieses Ziel bislang nicht erreicht. Viele junge Menschen sind nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft. Daher hat die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in den neuen Richtlinien (seit August 2010) empfohlen, dass alle Personen ab Jahrgang 1970 mit unklarem oder ungenügendem Impf- bzw. Immunstatus eine Masernimpfung erhalten sollen.

Die Ausbrüche an Masern in Deutschland gehen häufig auf Einschleppungen aus dem Ausland zurück. Im Jahr 2011 waren es über 1600 Erkrankungen und 3 Todesfälle. Insbesondere in Afrika, auch in Südafrika, und in Indien stecken sich Reisende mit Masern an. Eine Impfung ist bei Tropenreisen daher dringend empfohlen, wenn keine ausreichende Immunität vorliegt.

 

Impfcentrum
MVZ Klinikum Dortmund GmbH
Institut für Krankenhaushygiene und Klinische Mikrobiologie
Gelbfieberimpfstelle


Dr. med. Frank Hünger
Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin

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