02.04.2020 - Geduld bei Corona-Maßnahmen: Infektiologe des Klinikums erklärt die nächsten Schritte

Die Zahl der Corona-Neuinfizierten steigt laut Robert Koch Institut deutschlandweit und in Dortmund nicht mehr so stark an, von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Dies machte Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie in der Lungenklinik des Klinikums Dortmund, im Live-Chat auf dem Instagram-Kanal des Klinikums deutlich. Möglicherweise zeigt die zwei Wochen Kontakt-Einschränkung einen ersten Effekt auf die Zahlen. „Jetzt gilt es abzuwarten und zu schauen, ob die Kurve der Neuinfektionen weiterhin abflacht. Wir müssen alle Geduld haben, das braucht einfach Zeit“, sagt der Experte.  


Vor Ende der Osterferien sei nicht mit Lockerungen der Maßnahmen zu rechnen und selbst danach würde es ein Alltagsleben nur mit Einschränkungen geben können. „Wir werden möglicherweise eine On-/Off-Strategie fahren müssen: wieder ein bisschen was zulassen und dann schauen, ob sich das auf die Zahl der Neuinfizierten auswirkt“, so PD Dr. Schaaf.

 

Wirkstoffe werden erprobt 

 

In der Zwischenzeit werden in Studien einige Wirkstoffe getestet, die gegen den Virus helfen könnten. So sei beispielsweise ein neues Virusmedikament in der Erprobung, bei Patienten in fortgeschrittenem Stadium werden auch entzündungshemmende Medikamente getestet „Aber da kommt es immer auf den Einzelfall an. Jeder Mensch und jedes Immunsystem ist verschieden“, so PD Dr. Schaaf. „Was bei dem einen Patienten klappt, kann bei dem nächsten vollkommen wirkungslos sein.“ So müsse bei jeder Person einzeln geprüft werden, wie das Immunsystem reagiert und welche Vorerkrankungen bekannt sind.

 

Andere Behandlungen laufen weiterhin 

 

Generell gilt: Wer Symptome bei sich feststellt oder Kontakt zu einer infizierten Person hatte, kann sich im Corona-Diagnostikzentrum am Klinikzentrum Nord testen lassen. Aber auch bei Krankheitssymptomen, die nichts mit dem Virus zu tun haben, stehen die Mediziner im Klinikum Dortmund weiterhin zur Verfügung. „Viele Patienten haben jetzt Sorge, in die Klinik zu kommen“, sagt PD Dr. Schaaf. „Dabei ist es gerade bei akuten Fällen wie einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer vermuteten Krebserkrankung enorm wichtig, dass die Patienten schnell behandelt werden. Und das machen wir nach wie vor mit den gleichen Standards und einer hochqualifizierten Medizin.“

 

(von Annika Haarhaus, Volontärin der Unternehmenskommunikation)

 

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