Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Westfälisches 
Reflux-Zentrum

Chronisches Sodbrennen und saures Aufstoßen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und langfristig zu Veränderungen der Speiseröhre führen. Im Westfälischen Reflux-Zentrum am Klinikum Dortmund bündeln wir Diagnostik und Therapie aus einer Hand. Als spezialisiertes Zentrum für Refluxchirurgie bieten wir moderne konservative und minimal-invasive operative Verfahren – individuell abgestimmt und wissenschaftlich fundiert.

Schwerpunkte

Zwerchfellbrüche und Refluxkrankheit

Starkes Sodbrennen und saures Aufstoßen sind weit verbreitete Beschwerden. Häufig liegt ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) zugrunde, bei dem der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört ist. Langfristig kann es zu chronischen Veränderungen der Speiseröhre mit erhöhtem Karzinomrisiko kommen.

Das Westfälische Reflux-Zentrum bündelt sämtliche Kompetenzen aus einer Hand und ermöglicht eine gezielte, individuell abgestimmte Therapie. Die Klinik ist als spezialisiertes Zentrum für Refluxchirurgie ausgezeichnet. Minimal-invasive Refluxoperationen werden hier seit 1995 regelmäßig durchgeführt.

  • Diagnostik und Therapie der Refluxkrankheit 
  • Behandlung von Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien)
  • Minimal-invasive Refluxchirurgie
  • LINX®-Band-Verfahren bei saurem Reflux ohne Zwerchfellbruch
  • Rekonstruktion großer Hiatushernien mit ggf. Netzverstärkung
  • Individuelle Beratung bei hohem Leidensdruck trotz geringer objektiver Befunde

Diagnostik

Vor einer möglichen Operation ist eine sorgfältige Diagnostik notwendig. Sie dient dazu, die Ursache der Beschwerden objektiv zu messen und die passende Therapie festzulegen.

  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Untersuchung der Speiseröhre und des Magens mit einer Kamera.
  • pH-Metrie: Messung des Säuregehalts in der unteren Speiseröhre über 24 Stunden.
  • Manometrie: Druckmessung zur Beurteilung der Muskelbewegung (Motilität) der Speiseröhre.

Diese Untersuchungen zeigen, ob und wie stark Magensäure zurückfließt und ob die Speiseröhrenmuskulatur regelgerecht arbeitet. Auf dieser Grundlage wird das optimale Behandlungsverfahren individuell ausgewählt.

Therapie

Zunächst erfolgt häufig eine medikamentöse Behandlung mit sogenannten Protonenpumpenhemmern (PPI). Diese Medikamente reduzieren die Säureproduktion im Magen. 
Da in den letzten Jahren mögliche Langzeitfolgen einer dauerhaften Einnahme diskutiert werden, sollte eine langfristige Therapie regelmäßig überprüft werden.

Wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder ein größerer Zwerchfellbruch vorliegt, kann eine Operation sinnvoll sein. Alle Eingriffe werden minimal-invasiv durchgeführt. Dabei erfolgt die Operation über kleine Hautschnitte mithilfe einer Kamera und spezieller Instrumente. In ausgewählten Fällen kann der Operationsroboter DaVinci eingesetzt werden. Je nach Befund kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.

Bei saurem Reflux ohne Zwerchfellbruch kann ein magnetisches Ringband um den unteren Speiseröhrenschließmuskel gelegt werden. Es unterstützt den natürlichen Verschlussmechanismus und verhindert das Aufsteigen der Magensäure.

Liegt ein Zwerchfellbruch vor, wird zunächst die Bruchlücke am Zwerchfell durch Nähte eingeengt. Anschließend wird aus dem oberen Magenanteil eine Manschette gebildet, die locker um die Speiseröhre gelegt wird. Diese sogenannte Fundoplicatio wirkt wie ein Ventil gegen den Reflux.
Je nach Befund kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz (Nissen-, Toupet- oder Dor-Fundoplicatio).

Bei größeren Zwerchfelldefekten kann zusätzlich ein Kunststoffnetz eingesetzt werden, um die Naht dauerhaft zu stabilisieren. Auch große Hernien, bei denen Teile des Magens oder anderer Organe in den Brustraum verlagert sind, können minimal-invasiv behandelt werden.

Nachbehandlung

Nach der Operation wird der Kostaufbau frühzeitig begonnen. In der Regel können Patientinnen und Patienten nach 3 bis 4 Tagen das Krankenhaus verlassen. Ziel der Behandlung ist es, das Zurückfließen von Magensäure dauerhaft zu verhindern und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Weiterer Schwerpunkt
Achalasie

Die Achalasie ist eine seltene Erkrankung der Speiseröhre. Dabei ist der untere Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen dauerhaft zu stark angespannt oder kann sich beim Schlucken nicht ausreichend entspannen. Die Folge ist eine gestörte Weiterleitung der Nahrung in den Magen.

Durch die fehlende Entspannung des Schließmuskels stauen sich Speisen und Flüssigkeiten in der Speiseröhre. Betroffene leiden häufig unter Schluckstörungen, einem Druck- oder Völlegefühl hinter dem Brustbein sowie dem Hochwürgen von Nahrung. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann sich die Speiseröhre deutlich erweitern. In ausgeprägten Fällen kommt es zu einer erheblichen Gewichtsabnahme.

In frühen Stadien kann eine endoskopische Dehnung des verengten Muskelrings erfolgen. Dabei wird der Schließmuskel mit einem Ballon vorsichtig erweitert. Eine moderne und besonders schonende Methode ist die sogenannte POEM (Perorale Endoskopische Myotomie). Hierbei wird der überaktive Muskel im Rahmen einer Magenspiegelung von innen gezielt gespalten – ohne äußere Schnitte.

In bestimmten Fällen ist eine operative Therapie erforderlich. Diese erfolgt minimal-invasiv mittels Bauchspiegelung. Der verkrampfte Muskel wird dabei chirurgisch gespalten, zusätzlich wird eine kleine Magenmanschette angelegt, um den Rückfluss von Magensaft zu verhindern.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Refluxsprechstunde

Termin für ein erstes Beratungsgespräch mittwochs (8.30 – 12.00 Uhr) unter
Tel.: +49 231 953 21971 (Chirurgische Ambulanz und Diagnostik). 

Bringen Sie zu dem Termin bitte den ausgefülltenSelbsteinschätzungsfragebogenmit.

Klinikdirektor Chirurgie
Prof. Dr. med. Maximilian Schmeding
Leitender Oberarzt
Dr. med. Claudius Jürgens
Klinikdirektor Innere Medizin
Prof. Dr. med. Marcus-Alexander Wörns
Leitender Oberarzt
Dr. med. Martin Fähndrich