Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Virtuelle Welten für den Weg zurück ins Leben
Das Klinikum Dortmund hilft Schlaganfallpatienten mit einer VR-Brille.

Frühe Hilfe nach Schlaganfall: Klinikum Dortmund setzt VR-Brille in der Therapie ein

Im Klinikum Dortmund trainieren Schlaganfallpatientinnen und -patienten schon früh mithilfe einer VR-Brille – spielerisch, motivierend und mit spürbarem Effekt für ihren Weg zurück in den Alltag.

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland, die VR-Brillen bereits in der Akutphase einsetzen, eröffnet das Klinikum Dortmund neue Möglichkeiten in der neurologischen Behandlung. Seit April nutzt die Stroke Unit – die Station für die Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten – eine VR-Brille in der Ergotherapie. Das Virtual-Reality-System stammt vom Unternehmen CUREO. Die zertifizierte Stroke Unit verfügt über zwölf Betten und behandelt jedes Jahr zahlreiche Menschen aus Dortmund und dem Umland, die plötzlich auf Hilfe angewiesen sind.

Schlaganfall: Plötzliche Einschränkungen im Alltag

Ein Schlaganfall trifft viele Menschen unvermittelt. Lähmungen, Sehprobleme oder Schwierigkeiten beim Sprechen und Denken gehören zu den häufigsten Folgen. Tätigkeiten wie greifen, schneiden oder sich anziehen können plötzlich kaum noch gelingen. Darum beginnt die Therapie im Klinikum Dortmund sofort: Bereits am ersten Tag arbeiten Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie zusammen. 

Motivation durch virtuelle Übungen

Die VR-Brille unterstützt die Therapie, indem Bewegungen, Wahrnehmung und Denkprozesse gleichzeitig gefördert werden. „Sie macht den Menschen auch Spaß. Das steigert die Motivation, und viele sind dadurch deutlich engagierter“, erklärt Gernot Reimann, Leitender Arzt der Stroke Unit und der neurologischen Intensivstation. Virtuell schneiden Patientinnen und Patienten Gemüse, bereiten Mahlzeiten zu oder räumen auf. Diese alltagsnahen Aufgaben trainieren grobe und feine Motorik und fördern gleichzeitig Denken und Planen. Durch die virtuelle Umgebung können sie sich ganz auf die Übung konzentrieren.

Auch die Rückmeldungen sind positiv: Eine Patientin berichtet nach der Übung, virtuell einen Schmetterling auf einer Blüte zu platzieren, dass es zwar anstrengend sei, aber auch Freude bereite. Mithilfe dieser Übung lernt sie, ihre Einschrämkungen zu kompensieren. Die schnellen Fortschritte motivieren zusätzlich – und die virtuelle Welt lässt die klinische Umgebung für eine Weile vergessen.

Vielfalt für Patientinnen und Therapeuten

Die VR-Brille eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für unterschiedliche Übungen. Jede virtuelle Umgebung bietet eigene Aufgaben und Schwierigkeitsgrade und unterstützt so den Weg zurück in den Alltag. Auch für die Therapeutinnen und Therapeuten ist die Brille ein Gewinn: Bewegungsabläufe lassen sich besser beurteilen, Fortschritte klarer erkennen und Übungen gezielter anpassen.

Der Einsatz der VR-Brille zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologie und menschliche Zuwendung zusammenwirken können – innovativ, nah am Menschen und immer mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten bestmöglich auf ihrem Weg zurück ins Leben zu begleiten.

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