Klinikum der Universität Witten / Herdecke
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Schwerpunkt
Akutes Aortensyndrom

Beim akuten Aortensyndrom handelt es sich um einen Symptomkomplex, dem verschiedene Erkrankungen der Hauptschlagader im Brustkorb (intrathorakalen Aorta) zugeordnet werden; zutreffender wäre daher der Begriff „akutes thorakales Aortensyndrom“. 

Symptome

Der plötzlich einsetzende Schmerz im Brustkorb ist von nie gekannter Stärke, doch im Gegensatz zum Herzinfarkt fehlen die klassischen Symptome wie kalter Schweiß, Ausstrahlung in den linken Oberarm oder Kieferbereich. Dennoch haben die Betroffenen häufig Todesangst, weil die Schmerzen so einschneidend sind, und stehen vor einem Rätsel. Manchmal sind die Schmerzen auch in den Flanken, manchmal stehen nicht die Schmerzen im Vordergrund, sondern eine plötzlich eingetretene Kühle oder Lähmung von Arm oder Bein.

Erkrankung

Unter dem akuten Aortensyndrom versteht man Erkrankungen wie Risse in der Gefäßwand (Dissektionen der Aorta), Einblutungen in die Aortenwand (intramurale Hämatome) und den Austritt von Blut durch die Gefäßwand bei Plaqueruptur penetrierender Aortenulzera.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine akute Aortenerkrankung muss die Diagnose schnell bestätigt oder ausgeschlossen werden. Meist kann bereits im Rettungswagen, bzw. in der Notaufnahme mittels EKG und entsprechenden Labortests ein Herzinfarkt bestätigt oder ausgeschlossen werden. Bei Unsicherheiten oder untypischen Symptomen sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen. Hierzu eignet sich in erster Linie die kontrastmittelverstärkte Computertomographie. Ein Ultraschall des Herzen (Echokardiographie) kann zur Beurteilung der Herzklappen und der Pumpfunktion des Herzen erfolgen.

Therapie

Nicht jedes akute Aortensyndrom muss operiert werden. Für das therapeutische Vorgehen werden die Ursache des Aortensyndroms (Dissektion, hier speziell Lokalisation, Ausdehnung und Symptome; intramurales Hämatom und Aortenulcus, hier speziell Aortenwandbeschaffenheite und Komplikation) in Betracht gezogen. Allen gemeinsam ist die intensivmedizinische Überwachung, Blutdruckeinstellung auf maximal 100 – 120 mmHg systolisch und Schmerztherapie bereits beim V.a. ein akutes Aortensyndrom.

Bei Typ-A-Dissektionen (herznahe Aorta) ist meist der sofortige operative Ersatz der Aorta ascendens indiziert. Dies ist ein herzchirurgischer Eingriff, der in der Klinik für Herzchirurgie im Klinikzentrum Mitte erfolgt.

Dissektionen der deszendierenden Aorta (Typ B) werden primär durch Blutdruckkontrolle und Schmerztherapie behandelt. Es erfolgen regelmäßige Befundkontrollen. Nur bei persistierendem oder rezidivierendem Schmerzsyndrom, weiterem Einreissen der Gefäßwand oder bei Auftreten einer Organ- oder Extremitätenischämie stellt sich die Indikation zur chirurgischen oder interventionellen Therapie. Die offen chirurgische Operation mit Eröffnung des Brustkorbes ist heute bei Typ-B-Dissektionen nur noch selten erforderlich. Meist erfolgt eine Abdichtung des Gefäßwandeinrisses mittels sogenannter Stentgraft-Prothesen, die unter Röntgenkontrolle und über Leistenschnitte im erkrankten Aortenabschnitt platziert werden.

Auch bei erfolgreicher Abdichtung können Komplikationen wie Lähmungen, Reperfusionsschäden oder Durchblutungsstörungen auftreten.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Sekretariat
Sabrina Warnke

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