Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Die Intensivstation ist ein spezialisierter Bereich im Krankenhaus, auf dem Menschen behandelt werden, die schwer erkrankt sind und eine kontinuierliche, rund um die Uhr erforderliche medizinische Betreuung und Überwachung benötigen. Dieser Bereich kann bei Angehörigen oft Unsicherheit oder Ängste auslösen, weil zahlreiche Geräte, medizinische Fachbegriffe und ungewohnte Abläufe auf den ersten Blick ungewohnt wirken. Ziel dieser Informationen ist es, Ihnen als Angehörigen die Arbeit auf der Intensivstation verständlicher zu machen und Berührungsängste zu reduzieren. 

Auf die Intensivstation werden Menschen verlegt, die wegen schwerer Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmung, Stoffwechselentgleisungen, großen Operationen, schweren Infektionen, Vergiftungen oder anderen lebensbedrohlichen Zuständen eine intensive medizinische und pflegerische Versorgung benötigen. Da die Gründe für eine Intensivbehandlung sehr unterschiedlich und individuell sind, lässt sich im Voraus oft nicht genau vorhersagen, wie lange der Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig sein wird. 

Auf der Intensivstation arbeitet ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Berufsgruppen eng zusammen. Rund um die Uhr ist mindestens eine Ärztin oder ein Arzt verfügbar, der medizinische Entscheidungen trifft und Therapien anpasst; zusätzlich stehen Oberärztinnen und Oberärzte und die Klinikdirektorin oder der Klinikdirektor für komplexere Problemstellungen zur Verfügung. Das Pflegepersonal arbeitet in drei Schichten, um eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen. Darüber hinaus können je nach Situation weitere Mitarbeitende wie Therapeutinnen und Therapeuten, Labor- oder Radiologiekräfte sowie Unterstützungspersonal beteiligt sein. 

Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation sind oft mit einer Vielzahl von Geräten verbunden, die wichtige Körperfunktionen überwachen oder unterstützen. Dazu gehören Überwachungsmonitore, die Herzrhythmus, Blutdruck, Atmung, Temperatur und weitere Parameter erfassen. Diese Monitore geben sicht- und hörbare Signale ab, wenn Grenzwerte überschritten werden, was dazu dient, sofort medizinisch eingreifen zu können. Solche Alarme können auch ohne aktuellen Notfall ertönen, da die Geräte sehr sensibel eingestellt sind. 

An jedem Bettplatz stehen zudem Pumpensysteme zur Verabreichung von Medikamenten und Infusionen, die präzise dosiert werden müssen. Diese Pumpen sind über Schläuche, so genannte Venenkatheter, direkt mit dem Blutkreislauf verbunden. In einigen Fällen werden diese Leitungen auch zur Ernährung eingesetzt, wenn die Patientin oder der Patient nicht selbst essen kann. Alternativ können Ernährungssonden in Magen oder Darm gelegt werden, um den Betroffenen so natürlich wie möglich zu ernähren. 

Weiterhin können Drainagen zur Ableitung von Körperflüssigkeiten wie Urin oder Wundsekret notwendig sein. Bei Atemproblemen kann ein Beatmungsgerät die Atmung teilweise oder vollständig übernehmen; viele Patientinnen und Patienten können dennoch bei Bewusstsein bleiben und mit ihrer Umgebung kommunizieren. 

Um das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten zu fördern, werden intensivmedizinische Maßnahmen und die Bedeutung der Geräte ausführlich erklärt. Nicht benötigte Leitungen werden entfernt, sobald es möglich ist, damit sich die Patientin oder der Patient schneller wieder normal fühlt. 

Für Angehörige kann es hilfreich sein, kleine persönliche Gegenstände wie Lieblingskissen, Pflegeartikel oder Musik mitzubringen, um der Patientin oder dem Patienten vertraute Elemente aus dem Alltag zu geben. Katheter und Schläuche schränken die Beweglichkeit ein, verursachen aber nicht zwangsläufig Schmerzen; sollte dennoch Unbehagen auftreten, ist das Pflegepersonal sofort anzusprechen, damit es reagieren kann. 

Wenn Patientinnen nicht selbst über Schmerzen oder Unbehagen berichten können, werden Schlaf- und Schmerzmittel eingesetzt, und das Team ist geschult, mögliche Beschwerden anhand von Daten und Erfahrung zu erkennen. Angehörige, die Fragen oder Sorgen haben, sind eingeladen, sich vertrauensvoll an das Personal zu wenden. Gemeinsam versuchen das ärztliche Team und die Pflegefachkräfte, Unsicherheiten zu klären und Ängste zu reduzieren. 

Intensivstationen im Klinikum Dortmund legen großen Wert auf die Integration von Angehörigen in den Behandlungsprozess, da emotionale Nähe und Unterstützung zur Genesung beitragen können. Besuche sind willkommen und werden, soweit möglich, individuell abgestimmt. Angehörige werden ermutigt, für sich selbst zu sorgen und sich auch Pausen zu gönnen, damit sie kraftvoll und ausgeglichen für ihren Angehörigen da sein können.