Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Darmkrebszentrum

Im Darmkrebszentrum des Klinikums Dortmund erfolgt die Diagnostik und Therapie nach den neuesten medizinischen Leitlinien und auf Basis aktueller Studien. Alle beteiligten Fachrichtungen – Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie – arbeiten eng zusammen. Jede Patientin und jeder Patient erhält einen individuell abgestimmten Behandlungsplan, der in der wöchentlichen Tumorkonferenz besprochen wird. Anschließend werden die empfohlenen Maßnahmen verständlich erläutert und mögliche Alternativen aufgezeigt. Die Therapie beginnt erst nach Zustimmung.

Unsere Schwerpunkte

Die beste Möglichkeit, das eigene Darmkrebsrisiko deutlich zu senken, ist eine Vorsorge-Darmspiegelung. Sie wird von den Krankenkassen ab 50 Jahren übernommen. Bei dieser Untersuchung können Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, direkt entfernt werden. So lassen sich viele Erkrankungen frühzeitig und vollständig behandeln. Auch Krebs kann in einem frühen Stadium erkannt werden, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Treten Symptome wie Blut im Stuhl, plötzlich auftretende Durchfälle oder Verstopfung, krampfartige Bauchschmerzen, Blässe, Blutarmut oder ungewollter Gewichtsverlust auf, sollte dringend eine Darmspiegelung erfolgen. Diese kann ambulant in Praxen unseres Vorsorgenetzwerks in Dortmund oder bei Bedarf stationär im Klinikum durchgeführt werden.

Wenn bei der Untersuchung auffällige Befunde entdeckt werden, wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und im Institut für Pathologie untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb weniger Tage vor. Sollte Darmkrebs bestätigt werden, folgen weitere Untersuchungen von Brustkorb und Lunge per Röntgen und Ultraschall sowie gegebenenfalls eine hochauflösende Computertomographie in der Radiologie. Diese Untersuchungen dienen dazu, Tochtergeschwülste frühzeitig zu erkennen und die weitere Behandlung optimal zu planen.

Operative Therapie

Die Operation ist bei Dickdarmkrebs meist der erste Schritt. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors unter Erhalt der natürlichen Darmfunktion. Bei Enddarmkrebs kann eine Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie vor der Operation den Schließmuskel erhalten und das Risiko eines dauerhaften künstlichen Darmausgangs deutlich senken. Auch Tochtergeschwülste, etwa in der Leber, können durch schonende chirurgische Verfahren entfernt werden. Minimalinvasive Techniken, wie die Schlüssellochtechnik, tragen zu einer schnelleren Genesung bei, reduzieren Blutverlust und schonen gesundes Gewebe.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird vor allem bei Enddarmtumoren eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und die Operation zu erleichtern. Moderne computergestützte Verfahren fokussieren die Strahlung gezielt auf den Tumor, während umliegendes gesundes Gewebe geschont wird. Begleitend eingesetzte Chemotherapien verstärken die Wirkung der Bestrahlung. Bei etwa 20 Prozent der Patientinnen und Patienten kann sich der Tumor dadurch vollständig zurückbilden.

Chemotherapie und biologische Therapie

Medikamentöse Therapien kommen vor oder nach Operationen zum Einsatz oder in Kombination mit Strahlentherapie. Sie wirken gezielt gegen das Wachstum von Krebszellen und deren Blutversorgung. Bei Tochtergeschwülsten können die Therapien die Tumoren verkleinern, sodass eine spätere Operation möglich wird. Selbst wenn eine operative Entfernung nicht infrage kommt, kann die Erkrankung durch moderne Kombinationstherapien über Jahre stabil gehalten werden. Die Behandlungen gelten als gut verträglich und werden individuell auf Patientinnen und Patienten abgestimmt.

Koordinierte Therapieplanung

Jeder Behandlungsfall wird interdisziplinär geplant, um die bestmögliche Kombination aus Operation, Strahlentherapie und medikamentöser Therapie zu wählen. Ziel ist stets eine hohe Heilungschance, die Erhaltung der Lebensqualität und die Reduzierung des Rückfallrisikos.

Experten & Ansprechpartner

Klinikdirektor Chirurgie
Prof. Dr. med. Maximilian Schmeding
Klinikdirektor Innere Medizin
Prof. Dr. med. Marcus-Alexander Wörns