Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Darmkrebs­zentrum

Die Diagnose Darmkrebs ist ein gravierender Einschnitt und verändert vieles im Leben unserer Patientinnen und Patienten. Dank moderner Therapiekonzepte und unserer hohen interdisziplinären Kompetenz ist die Erkrankung jedoch in sehr vielen Fällen heilbar. 

Das Darmkrebszentrum am Klinikum Dortmund ist eines der größten Darmkrebszentren in Nordrhein-Westfalen und wird seit fast 20 Jahren regelmäßig von der Deutschen Krebsgesellschaft als Kompetenzzentrum zertifiziert. Wir behandeln Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs in jedem Stadium der Erkrankung. 

Dabei profitieren unsere Patientinnen und Patienten besonders von der engen Vernetzung der verschiedenen beteiligten Fachkliniken: Gastroenterologie und Chirurgie arbeiten Hand in Hand, unterstützt durch Radiologie, Strahlentherapie und Onkologie. Ergänzt wird das Team durch spezialisierte Pflegekräfte, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Psychologinnen und Psychologen, Ernährungsexpertinnen und Ernährungsexperten sowie Selbsthilfegruppen.

So entwickeln wir für unsere Patientinnen und Patienten eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft.

Eine Darmkrebserkrankung beginnt meist mit der ersten, oft überraschenden und schockierenden Diagnose im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung. In den meisten Fällen ist anschließend eine zeitnahe Operation der nächste Schritt. In unserem Darmkrebszentrum sind Diagnostik und Therapieplanung deshalb eng miteinander verknüpft, sodass ein Operationstermin in der Regel kurzfristig realisiert werden kann.

Unsere Schwerpunkte

Die beste Möglichkeit, das eigene Darmkrebsrisiko deutlich zu senken, ist eine Vorsorge-Darmspiegelung. Sie wird von den Krankenkassen ab 50 Jahren übernommen. Bei dieser Untersuchung können Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, direkt entfernt werden. So lassen sich viele Erkrankungen frühzeitig und vollständig behandeln. Auch Krebs kann in einem frühen Stadium erkannt werden, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Treten Symptome wie Blut im Stuhl, plötzlich auftretende Durchfälle oder Verstopfung, krampfartige Bauchschmerzen, Blässe, Blutarmut oder ungewollter Gewichtsverlust auf, sollte dringend eine Darmspiegelung erfolgen. Diese kann ambulant in Praxen unseres Vorsorgenetzwerks in Dortmund oder bei Bedarf stationär im Klinikum durchgeführt werden.

Werden bei der Darmspiegelung auffällige Veränderungen entdeckt, wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und im Institut für Pathologie untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb weniger Tage vor. Sollte Darmkrebs bestätigt werden, folgen weitere Untersuchungen von Brustkorb und Lunge per Röntgen und Ultraschall sowie gegebenenfalls eine hochauflösende Computertomographie in der Radiologie. Diese Untersuchungen dienen dazu, Tochtergeschwülste frühzeitig zu erkennen und die weitere Behandlung optimal zu planen.

Operative Therapie

In den meisten Fällen ist anschließend eine zeitnahe Operation der nächste Schritt. In unserem Darmkrebszentrum sind Diagnostik und Therapieplanung deshalb eng miteinander verknüpft, sodass ein Operationstermin in der Regel kurzfristig realisiert werden kann.

Operationen bei Darm- und Enddarmkrebs werden in unserem Zentrum nahezu ausschließlich minimalinvasiv durchgeführt, in den meisten Fällen unterstützt durch den Operationsroboter „Da Vinci“. Diese minimalinvasive Vorgehensweise ermöglicht eine besonders schonende Behandlung. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors unter Erhalt der natürlichen Darmfunktion. 

Unsere Patientinnen und Patienten sind dadurch schnell wieder mobil und können das Krankenhaus meist bereits nach wenigen Tagen verlassen. Schon am Operationstag stehen sie wieder auf und erhalten ein normales Abendessen.

Bei Enddarmkrebs kann eine Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie vor der Operation den Schließmuskel erhalten und das Risiko eines dauerhaften künstlichen Darmausgangs deutlich senken. Auch Tochtergeschwülste, etwa in der Leber, können durch schonende chirurgische Verfahren entfernt werden.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird vor allem bei Enddarmtumoren eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und die Operation zu erleichtern. Moderne computergestützte Verfahren fokussieren die Strahlung gezielt auf den Tumor, während umliegendes gesundes Gewebe geschont wird. Begleitend eingesetzte Chemotherapien verstärken die Wirkung der Bestrahlung. Bei etwa 20 Prozent der Patientinnen und Patienten kann sich der Tumor dadurch vollständig zurückbilden.

Chemotherapie und biologische Therapie

Medikamentöse Therapien kommen vor oder nach Operationen zum Einsatz oder werden mit einer Strahlentherapie kombiniert. Sie wirken gezielt gegen das Wachstum von Krebszellen und deren Blutversorgung. Bei Tochtergeschwülsten können sie die Tumoren verkleinern und damit eine spätere Operation ermöglichen. Selbst wenn eine operative Entfernung nicht infrage kommt, kann die Erkrankung durch moderne Kombinationstherapien über Jahre stabil gehalten werden. Die Behandlungen gelten als gut verträglich und werden individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmt. 

Nach einer erfolgreichen Operation und der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung des Tumorgewebes kann je nach Befund eine weitere medikamentöse Therapie erforderlich sein. Diese wird im Rahmen unserer interdisziplinären Tumorkonferenz individuell festgelegt und empfohlen. Die Behandlung kann sowohl bei uns im Zentrum als auch wohnortnah in einer unserer zahlreichen niedergelassenen Kooperationspartnerpraxen erfolgen.

Koordinierte Therapieplanung

Jeder Behandlungsfall wird interdisziplinär geplant, um die bestmögliche Kombination aus Operation, Strahlentherapie und medikamentöser Therapie zu wählen. Ziel ist stets eine hohe Heilungschance, die Erhaltung der Lebensqualität und die Reduzierung des Rückfallrisikos. Durch die enge Vernetzung mit unseren externen Partnern können wir unseren Patientinnen und Patienten auch nach der Behandlung eine langfristige Anbindung und Nachsorge an unserem Zentrum anbieten.

Leider kann es auch bei Darmkrebserkrankungen zum Wiederauftreten des Tumors in Form von Metastasen kommen, mitunter noch Jahre nach der ersten Behandlung. Im Gegensatz zu vielen anderen Tumorerkrankungen ist bei metastasiertem Darmkrebs jedoch auch in diesem fortgeschrittenen Stadium eine vollständige Heilung möglich und in vielen Fällen realistisch. Durch die Kombination aus moderner Systemtherapie und der operativen Entfernung von Metastasen, meist aus Leber oder Lunge, kann die Krebserkrankung langfristig und nachhaltig geheilt werden.

Experten & Ansprechpartner

Klinikdirektor Innere Medizin & Leitung Westf. Krebszentrum
Prof. Dr. med. Marcus-Alexander Wörns
Klinikdirektor Chirurgie
Prof. Dr. med. Maximilian Schmeding

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

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