Klinikum der Universität Witten / Herdecke
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Schwerpunkt
Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfälle entstehen durch einen Einriss des Faserrings mit Austreten des Kerns der Bandscheibe in den Nervenkanal. Damit verbunden ist eine schmerzhafte Kompression der entsprechenden Nervenstrukturen. Häufigste Lokalisation ist die Lendenwirbelsäule gefolgt von Hals- und Brustwirbelsäule. Ein Bandscheibenvorfall kann neben akuten Schmerzen auch Sensibilitätsstörungen motorische Einschränkungen (Lähmung) nach sich ziehen.

Symptome

Oft beginnen Bandscheibenvorfälle mit plötzlich auftretenden Schmerzen im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt mit einer Schmerzausstrahlung der betroffenen Nervenwurzel in Arm oder Bein. Diese werden häufig als stechend oder ziehend wahrgenommen und verstärken sich bei Bewegung oder Zwangshaltung wie längerem Sitzen. Teilweise ist ein freies gerades Stehen schmerzbedingt nicht möglich.

Durch die Nervenreizung können Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Herabsetzung der Berührungsempfindlichkeit (Taubheit) entsprechend der betroffenen Nervenwurzel an Arm, Bein oder Rumpf entstehen. Dies zeigt, dass die Nervenwurzel in Ihrer Funktion beeinträchtigt ist.

Kommt es zu einer stärkeren Beeinträchtigung der Nervenfunktion, können motorische Einschränkungen (Lähmung) der von dem betroffenen Nerven versorgten Muskultur auftreten. Das kann sich z.B. in Problemen beim Gehen, sicheren Stehen oder Greifen zeigen.

Diagnostik

Zur Diagnosestellung ist zuerst die persönliche ärztliche Untersuchung erforderlich. Um festzustellen wie umfangreich der Bandscheibenvorfall ist und welche Bandscheibe genau betroffen ist, nutzen wir moderne bildgebende Verfahren wie MRT oder CT. In seltenen Fällen kann auch ein Kontrastmittel CT (post Myelo CT) erfolgen, wenn z.B. ein MRT nicht möglich ist. Teilweise ist zur Differenzierung Strukturen des Bandscheibenvorfalls ein CT und MRT sinnvoll.

Therapie

Die überwiegende Mehrzahl der Bandscheibenvorfälle kann durch eine gezielte konservative Therapie zur Ausheilung gebracht werden. Dies umfasst einen Zeitraum von 6–12 Wochen. Hierzu stehen neben initialer körperlicher Schonung angepasste medikamentöse Schmerztherapie, im weiteren Verlauf Physiotherapie sowie interventionell Maßnahmen, wie die periradikuläre Therapie (PRT), bei der ein Schmerzmittel radiologisch kontrolliert an die betreffende Nervenwurzel gespritzt wird zur Verfügung. 

Sollte es darunter nicht zu einer relevanten Beschwerdelinderung kommen oder bestehen höhergradige Lähmungen der betroffenen Extremität sollte eine operative Behandlung erfolgen. Hierbei wird durch minimalinvasive, mikrochirurgische Verfahren der Bandscheibenvorfall entfernt (Sequesterentfernung). Ziel ist die schonende Entfernung des Bandscheibenvorfalls unter Erhalt der Bandscheibe. An der Lendenwirbelsäule erfolgt die OP über einen Zugang von hinten. An der Halswirbelsäule besteht aufgrund der anatomischen Besonderheiten in der Regel die Notwendigkeit zur Operation von vorn. Dabei wird auch die betroffene Bandscheibe entfernt und durch einen Abstandhalter (Cage oder Bandscheibenprothese) ersetzt. Eine wesentliche Bewegungseinschränkung nach der Operation ist auch bei diesem Verfahren nicht zu erwarten.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Wirbelsäulenchirurgische Ambulanz

Erreichbarkeit
Mo bis Do: 08.00 bis 15.30 Uhr
Fr: 08.00 bis 13.30 Uhr
Tel.: +49 231 953 21899

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