Klinikum der Universität Witten / Herdecke
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Schwerpunkt
Entzündungen der Wirbelsäule

Infektiöse Erkrankungen der Wirbelsäule wie die Spondylodiszitis betreffen die Bandscheiben und angrenzenden Wirbelkörper. Sie treten vor allem bei älteren oder immungeschwächten Menschen auf und entstehen häufig als Folge einer unbemerkten Infektion an anderer Stelle im Körper. Da sich Keime im Bereich der Bandscheiben leicht ausbreiten können, ist eine frühzeitige Diagnostik und gezielte Behandlung entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Spondylodiszitis

Bei der Spondylodiszitis siedeln sich Keime im Bereich der Bandscheibenräume an, die aufgrund der anatomisch-bedingt geminderten Gefäßversorgung ein ideales Umfeld für Bakterien bilden und so für Antibiotika oft schwer zugänglich ist. Selbst einfache Infektionen können auf diese Weise schwerwiegende Folgen haben. Ein akuter Infekt der Bandscheibe greift schnell auf die Wirbelkörper über, kann zu einer Eiteransammlung (Abszess) führen, im weiteren Verlauf die betroffenen Wirbel zerstören und in einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild mit Organversagen enden. Am häufigsten betroffen ist die Lendenwirbelsäule (knapp 50%) gefolgt von Brustwirbelsäule (35%) und Halswirbelsäule (15%). 

Symptome

Typischerweise treten bei Entzündungen der Bandscheibe Rückenschmerzen in Projektion auf den betroffenen Bereich der Wirbelsäule auf. Teilweise kommt es anfangs zu unspezifischen, sich schleichend verstärkenden Schmerzen in Ruhe und bei Belastung die im Verlauf zunehmen. Damit verbunden kann ein allgemeines Krankheitsgefühl sein.

Durch entzündliche Veränderungen der Bandscheibe und der Wirbel können die angrenzenden Nervenstrukturen des Spinalkanals gereizt werden. Dies äußert sich in ausstrahlenden Schmerzen der betroffenen Abschnitte. Bei Auftreten von Abszessen oder knöcherner Destruktion können höhergradige Störungen wie Gefühlstörung oder Lähmungen auftreten.

Da es sich im den allermeisten Fällen um eine bakterielle Infektion der Bandscheibe und des angrenzenden Knochens handelt, bestehen nicht selten allgemeine Krankheitserscheinungen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, subfebrile Temperaturen oder Fieber mit Schüttelfrost. Diese Krankheitserscheinungen sind sehr variabel, sodass zwischen ersten Symptomen und der Diagnose oft bis zu 12 Wochen vergehen. 

Diagnostik

Basis der Diagnostik ist zunächst die persönliche ärztliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine Infektion erfolgt die Blutuntersuchung um eine Infektion nachzuweisen. Verbunden damit ist die Entnahme so genannter Blutkulturen, welche zur genauen Bestimmung des auslösenden Keims weiter mikrobiologisch untersucht werden. Die ebenso notwendige Diagnostik umfasst eine konventionelle Röntgenuntersuchung. Mithilfe moderner bildgebender Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT), werden Infektionsherde zuverlässig erkannt. In enger Zusammenarbeit mit unserer Mikrobiologie wird mit einer Antibiotikatherapie begonnen. In bestimmten Fällen wird Gewebe oder Flüssigkeit aus dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt entnommen (Biopsie), um den verursachenden Keim zu bestimmen. Diese Keimdiagnostik bildet die Grundlage für eine gezielte, wirksame Antibiotikatherapie. 

Therapie

Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Infektion zu stoppen und zur Ausheilung zu bringen. In frühen Stadien kann eine Kombination aus gezielter Antibiotikatherapie und Ruhigstellung der Wirbelsäule in einer Orthese ausreichend sein. Bei schweren oder fortgeschrittenen Verläufen ist eine Operation notwendig, bei der der Infektionsherd entfernt wird und die Stabilität der Wirbelsäule wiederhergestellt wird. Dabei kommen, wenn möglich, minimal-invasive Implantate zum Einsatz, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen. Die wirksame Antibiotikatherapie für bis zu 12 Wochen nach erfolgter operativer Sanierung ist erforderlich, um eine Ausheilung der Infektion zu gewährleisten.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Wirbelsäulenchirurgische Ambulanz

Erreichbarkeit
Mo bis Do: 08.00 bis 15.30 Uhr
Fr: 08.00 bis 13.30 Uhr
Tel.: +49 231 953 21899

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