„Lungenkrebs ist die tödlichste Krebserkrankung, die wir haben“, erläuterte Prof. Nilius zu Beginn seines mediTALK-Vortrags. Da die Lunge keine Schmerzfasern besitzt, bleiben kleine Tumoren häufig lange unbemerkt. Treten Beschwerden auf, ist die Erkrankung oft bereits weit fortgeschritten. Ziel des Screenings sei es deshalb, Tumoren in einem frühen Stadium zu entdecken. „Wir wollen die kleinen Tumoren finden, bei denen die Heilungschancen gut sind“, sagte der Lungenfacharzt.
Das neue Screening richtet sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die stark rauchen oder über viele Jahre geraucht haben. Die Untersuchung erfolgt mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT). Sie dauert nur rund zehn Sekunden, kommt ohne Kontrastmittel aus und ist vollkommen Schmerzfrei. Die Strahlenbelastung ist im Vergleich zu einem herkömmlichen CT um ein vielfaches geringer. „Für die Lunge reicht eine minimale Dosis“, erklärte Prof. Rohde.
Unterstützung durch KI
Die Aufnahmen werden von speziell zertifizierten Radiologinnen und Radiologen beurteilt und zusätzlich durch Künstliche Intelligenz (KI) kontrolliert. Auffällige Befunde werden anschließend in einem qualifizierten Lungenkrebszentrum interdisziplinär bewertet. „Das Zusammenspiel aus moderner Bildgebung, erfahrenen Fachleuten und KI hilft uns dabei, auch sehr kleine Veränderungen zuverlässig zu erkennen“, sagte Prof. Rohde. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen anschließend Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam. „Das sind sehr komplexe Entscheidungen, die viel Erfahrung erfordern und die wir gemeinsam und verantwortungsvoll treffen“, betonte Prof. Nilius.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, den beiden Referenten persönliche Fragen zum Screening-Programm und zur Früherkennung zu stellen.
Ein Video der kompletten Veranstaltung ist auf den Kanälen des Klinikums Dortmund bei YouTube und Spotify abrufbar.
Info: Das Lungenkrebsscreening wurde in Deutschland am 1. April 2026 gestartet. Gesetzlich Versicherte können sich bei ihrem Hausarzt oder Lungenfacharzt erkundigen, ob sie die Voraussetzungen für das Screening erfüllen. Die Niedrigdosis-CT-Untersuchung wird dann bei den kooperierenden niedergelassenen Radiologen durchgeführt.