Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Tausende Laborwerte werden täglich ermittelt.
| Susanne Riese - Unternehmenskommunikation

Umbau im laufenden Betrieb: Zentrallabor wird umfassend modernisiert

Rund 1.000 Laboraufträge am Tag, mehrere Hundert bestimmbare Parameter - daraus resultierend circa 12.000 Laborwerte am Tag und ein Betrieb rund um die Uhr: Das Zentrallabor des Klinikums Dortmund ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Diagnostik. Derzeit wird die technische Ausstattung umfassend erneuert, während der Betrieb normal weiterläuft.

Klinische Chemie, Immunologie, Hämatologie und Urindiagnostik im zentralen Labor des Klinikums Dortmund in der Alexanderstraße erhalten eine neue Gerätegeneration. So entsteht ein modernes Hochleistungslabor, ausgelegt auf schnelle Analysen, hohe Qualität und eine zuverlässige Diagnostik rund um die Uhr.

Die Umstellung erfolgt bei laufendem Betrieb. Während die bisherigen Systeme schrittweise ersetzt werden, werden die Proben aus den verschiedenen Bereichen des Klinikums ohne Unterbrechung weiterbearbeitet.

„Eine leistungsfähige Labordiagnostik ist für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten unverzichtbar. Viele medizinische Entscheidungen hängen davon ab, dass Laborwerte schnell, zuverlässig und rund um die Uhr zur Verfügung stehen“, sagt Institutsdirektor Dr. Uwe Cassens. „Mit der Erneuerung unserer Analysesysteme bringen wir das Zentrallabor auf den aktuellen technischen Stand und schaffen zugleich die Voraussetzungen dafür, diese hohe Leistungsfähigkeit und Sicherheit auch in den kommenden Jahren zu gewährleisten.“

Automatisierter Weg durch das Labor

Die Blutproben erreichen das Zentrallabor unter anderem per Rohrpost aus den Notaufnahmen, den Intensivstationen und der Kinderklinik sowie in Transportboxen aus vielen Bereichen beider Klinikstandorte in Nord und Mitte. 

In der mehrere Meter langen Analysestraße beginnt zunächst die Präanalytik. Dabei werden die Proben registriert, mit einem Zeitstempel versehen und für die jeweilige Untersuchung vorbereitet, beispielsweise durch Zentrifugieren. Anschließend gelangen sie automatisiert zu den benötigten Analysemodulen.

Mehrere Hundert Parameter können bestimmt werden. Das Spektrum reicht unter anderem von Schilddrüsen- und Leberwerten über Hormone, Nierenwerte bis zu Tumormarkern. Dabei kommen verschiedene Messverfahren wie z.B.  Photometrie oder Chemilumineszenz zum Einsatz.

Die neue Gerätegeneration ist auf große Probenzahlen und automatisierte Arbeitsabläufe ausgerichtet. Sie ermöglicht zudem die Untersuchung sehr kleiner Probenmengen. Davon profitiert beispielsweise die Diagnostik bei Frühgeborenen, bei denen für Untersuchungen nur wenig Blut zur Verfügung steht. 

Im Notfall zählt jede Minute

Besondere Anforderungen gelten für Notfallproben. Hier liegt die angestrebte Turnaround Time, also die Zeit vom Eintreffen der Probe im Labor bis zum Ergebnis, bei 30 Minuten. Bei der Bestimmung von Troponin kann das Analyseergebnis innerhalb von neun Minuten vorliegen. Der Laborwert spielt unter anderem bei der Diagnostik eines Herzinfarkts eine wichtige Rolle. Die Transportzeit und die Zentrifugation der Probe zum Labor ist in den neun Minuten nicht enthalten. 

Neben der Geschwindigkeit steht die Qualitätssicherung im Mittelpunkt. Die Ergebnisse werden zunächst geprüft (technisch validiert) und vor der Befundübermittlung freigegeben. Bei Auffälligkeiten können weitere Untersuchungen folgen. 

Proben bleiben für weitere Untersuchungen verfügbar

Nach der Analyse können bis zu 13.000 Proben für etwa eine Woche in einem automatisierten Archiv aufbewahrt werden. Wird während dieser Zeit eine weitere Untersuchung benötigt, kann auf die Probe im Archiv erneut genutzt werden. Eine zusätzliche Blutentnahme lässt sich dadurch vermeiden.

Der Hauptumbau im Labor soll Ende August abgeschlossen sein. Anschließend wird die Hämatologie erneuert. Die Hämatologie umfasst die Diagnostik der Blutzellen sowie der blutbildenden Organe. Die Technik verbindet  die Zellzählung und Bildanalyse mit der Vorbereitung eines Ausstrichs bei Auffälligkeiten. Zwei parallel verfügbare Analysegeräte sorgen dort für  Ausfallsicherheit. Rund 60 Mal täglich werden Proben in der hämatologischen Diagnostik zusätzlich unter dem Mikroskop beurteilt.

Ab Oktober folgt die neue Urindiagnostik mit Teststreifenanalysen und bei Bedarf digitale mikroskopische Untersuchungen (Sedimentuntersuchungen). Damit ist die umfassende technische Erneuerung der Laboratoriumsmedizin abgeschlossen.

„Das Team leistet Enormes“, sagt Martina Bergenthal, Leitende MTL. Denn sämtliche Arbeiten erfolgen, während die Labordiagnostik für die Patientinnen und Patienten des Klinikums Tag und Nacht in gewohntem Umfang weiterläuft.

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