Gemeinsam mit seinen Kollegen schaut Priv.-Doz. Dr. Matti Adam konzentriert auf den Bildschirm des Hybrid-OPs, der sie in das Herz des Patienten blicken lässt. Unter Röntgenkontrolle führen sie vorsichtig den Katheter durch die größte Arterie des Menschen, um einen Ersatz für die kaputte Aortenklappe zu platzieren. Es ist ein Eingriff in Dr. Adams zweiter Woche als neuer Klinikdirektor der Kardiologie am Klinikum Dortmund. Doch er gelingt so routiniert, als hätte das Team schon zahlreiche Eingriffe gemeinsam durchgeführt.
„Ich bin sehr herzlich empfangen worden und beeindruckt von der Expertise und der Professionalität im Team, das Prof. Heitzer über viele Jahre geführt hat“, sagt der neue Klinikdirektor.
Langjährige Erfahrung
Dr. Adam selbst bringt langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrung mit. Seine medizinische Laufbahn begann am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg. Als Postdoktorand an der Stanford University in den USA forschte er zu den molekularen Mechanismen arterieller Gefäßerkrankungen. Zuletzt war der 47-Jährige Geschäftsführender Oberarzt am Herzzentrum der Uniklinik Köln und leitete dort den Bereich Strukturelle Herzerkrankungen mit mehr als 1.000 Eingriffen im Jahr.
Dr. Adam möchte die bestehenden Strukturen weiterentwickeln und sichere, innovative Verfahren schnell ins Behandlungsangebot aufnehmen. Der interventionelle Kardiologe hat besondere Expertise in neuartigen Klappenersatz- und -reparaturverfahren an der Trikuspidalklappe sowie bei selteneren Erkrankungen wie Aortenklappenundichtigkeiten. Mit seiner Expertise erweitert das Klinikum Dortmund sein Spektrum an modernen, kathetergestützten Klappenverfahren und kann damit auch Patientinnen und Patienten mit komplexen oder selteneren Klappenerkrankungen besonders schonende Behandlungsmöglichkeiten anbieten.
In engen Austausch
„Welche Verfahren am sinnvollsten für die Patientinnen und Patienten sind, entscheiden wir jedoch individuell und in engem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachdisziplinen“, sagt Dr. Adam. In Fallkonferenzen wird von Spezialistinnen und Spezialisten aus Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie bei planbaren Eingriffen das beste Vorgehen besprochen. So kann schon zu einem frühen Zeitpunkt der bestmögliche Therapieweg für die Betroffenen und in engem Austausch mit ihnen eingeschlagen werden.
Gleichzeitig ist das Klinikum Dortmund mit seiner Notaufnahme und Chest-Pain-Unit sowie den professionellen Intensivstationen ideal auf Notfälle vorbereitet. „Das ist der große Vorteil eines Maximalversorgers gegenüber anderen Krankenhäusern“, sagt Dr. Adam. „Wir sind so breit und gleichzeitig so gut aufgestellt, dass wir den Patientinnen und Patienten sagen können: Egal, was Ihr Problem ist, wir sind auf alles vorbereitet.“ Dies sei mit ausschlaggebend dafür gewesen, sich für das Klinikum Dortmund zu entscheiden, sagt der Spezialist.
Dass die Wege trotz der Größe des Klinikums kurz sind, zeigt sich nicht allein daran, dass das Büro des neuen Kardiologiedirektors direkt neben dem von Prof. Dr. Alexander Albert liegt, der die Herzchirurgie leitet.
Komplexe Eingriffe
Und auch der Hybridsaal am Standort Mitte verbindet die Möglichkeiten eines Operationssaals mit denen eines Katheterlabors und erlaubt komplexe moderne Eingriffe unter Beteiligung verschiedener Fachdisziplinen. Während Dr. Matti Adam mit seinen Kollegen beim Aortenklappeneingriff die Position des Katheters überprüft, ist im Hybridsaal neben dem Anästhesie-Team auch ein Spezialist aus der Herzchirurgie beteiligt.
„Es geht um Menschen, die wir bestmöglich versorgen wollen. Und das funktioniert nur mit Empathie, Expertise und engem Austausch im Team“, sagt der neue Klinikdirektor.