Klinikum der Universität Witten / Herdecke
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Priv.-Doz. Dr. Matti Adam, Direktor der Klinik für Kardiologie im Gespräch mit Podcaster Sascha Staat
| Christin Mols – Unternehmenskommunikation

Neue Podcast Folge: Herzklappe zu eng: Moderne Behandlung ohne große Operation

Luftnot, Schwindel oder Druck auf der Brust können auf eine verengte Aortenklappe hinweisen. Welche Warnzeichen Betroffene ernst nehmen sollten und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklärt Priv.-Doz. Dr. Matti Adam, Klinikdirektor der Kardiologie, in der neuen Podcast-Folge von „Medizin am Mikrofon“.

Sie öffnet und schließt sich rund 100.000-mal am Tag und sorgt dafür, dass das Blut vom Herzen in die Hauptschlagader fließen kann: Die Aortenklappe leistet Schwerstarbeit. Mit zunehmendem Alter kann sie jedoch verkalken und sich verengen. Diese sogenannte Aortenklappenstenose ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung. Wie Betroffene die Warnzeichen erkennen und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklärt Priv.-Doz. Dr. Matti Adam, seit September Klinikdirektor der Kardiologie am Klinikum Dortmund, in der neuen Folge des Podcasts „Medizin am Mikrofon“.

Eine verengte Aortenklappe kann dazu führen, dass das Herz immer mehr Kraft aufbringen muss, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Typische Beschwerden sind Luftnot, ein Druckgefühl auf der Brust, Schwindel oder eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit. Gerade bei älteren Menschen werden solche Symptome manchmal als normale Alterserscheinungen hingenommen. Dabei können sie auf eine behandlungsbedürftige Herzerkrankung hinweisen.

Luftnot und Druck auf der Brust immer abklären lassen

„Luftnot und Druck auf der Brust sollte man im Alter immer abklären lassen. Wenn bei Belastung Probleme auftreten, sollte man das nicht einfach hinnehmen. Da können wir helfen“, sagt Dr. Adam. Hausärztinnen und Hausärzte sowie niedergelassene Fachärzte sind wichtige Anlaufstellen, um Beschwerden abzuklären. Mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens lässt sich feststellen, wie stark die Klappe verengt ist. Anschließend muss individuell entschieden werden, wann eine Behandlung sinnvoll ist. 

Für viele Betroffene kommt heute ein besonders schonendes Verfahren infrage: der kathetergestützte Aortenklappenersatz, kurz TAVI. Dabei wird eine zusammengefaltete biologische Ersatzklappe über einen Katheter, meist durch die Leistenarterie, bis zum Herzen vorgeschoben und dort eingesetzt. Eine große Operation mit Eröffnung des Brustkorbs und der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine sind bei diesem Verfahren nicht erforderlich. Für geeignete Patientinnen und Patienten kann das eine weniger belastende Alternative zum klassischen chirurgischen Klappenersatz sein.

Kardiologie und Herzchirurgie arbeiten eng zusammen

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand, Begleiterkrankungen und der individuellen Anatomie des Herzens ab. Eine Entscheidung nach Schema F gibt es deshalb nicht. Am Klinikum Dortmund arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie dafür eng zusammen. In regelmäßigen gemeinsamen Fallbesprechungen und Visiten wägen die Teams die Befunde und Behandlungsmöglichkeiten ab. Die Herzchirurgie wird von Direktor Prof. Dr. Alexander Albert geleitet.

„Gerade bei Herzklappenerkrankungen ist das Zusammenspiel von Kardiologie und Herzchirurgie entscheidend. Wir betrachten jeden Fall individuell und entwickeln gemeinsam die passende Behandlung“, erklärt Dr. Adam. Am Klinikum Dortmund werden jährlich rund 300 Aortenklappen mithilfe eines Katheters über die Leiste ersetzt. Hinzu kommen die Eingriffe der Herzchirurgie.

Aortenklappenstenose sollte nicht unterschätzt werden

Bei der Entscheidung für eine Behandlung geht es nicht allein um medizinische Befunde. Auch die Beschwerden, die persönliche Lebenssituation und die Wünsche der Betroffenen spielen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Risiken und Nutzen sorgfältig abzuwägen und gemeinsam einen geeigneten Weg zu finden.

Dr. Adam rät deshalb, mögliche Warnsignale ernst zu nehmen und frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Denn auch wenn sich eine Aortenklappenstenose häufig langsam entwickelt, sollte sie nicht unterschätzt werden.

Die gesamte Podcast-Folge ist jetzt auf Spotify und YouTube abrufbar. 

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