Mit der Professur würdigt die Universität Prof. Dr. Dr. Lars Bonitz' die wissenschaftliche und klinische Arbeit an der Schnittstelle von Zahnmedizin, Medizin und digitalen Technologien. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Frage, wie digitale Verfahren und künstliche Intelligenz die Diagnostik, Behandlungsplanung und Ausbildung verbessern können. Ziel ist es, neue Technologien dort einzusetzen, wo sie Patientinnen und Patienten einen nachweisbaren Nutzen bringen – etwa durch präzisere Diagnosen, eine bessere Operationsplanung oder mehr Sicherheit bei Behandlungen.
Zu den Schwerpunkten von Prof. Bonitz gehören die digitale Bildgebung, die dreidimensionale Operationsplanung, patientenspezifische Modelle sowie virtuelle und simulationsgestützte Lehrformate. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit KI-gestützten Verfahren zur Auswertung medizinischer Bild- und Behandlungsdaten. Dabei arbeitet er eng mit Fachleuten aus Zahnmedizin, Radiologie, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Medizintechnik zusammen.
Besonderheit Dental-MRT
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das weltweit erste kommerzielle Dental-MRT, das seit 2025 am Klinikum Dortmund im Einsatz ist. Die Klinik hat die Technologie gemeinsam mit Siemens Healthineers von der Entwicklung bis zur Markteinführung begleitet. Anders als ein Röntgengerät arbeitet das Verfahren ohne ionisierende Strahlung und ermöglicht gleichzeitig hochauflösende Aufnahmen von Zähnen, Kieferknochen und Weichteilen. Auch Entzündungen oder Veränderungen im Knochen können damit sichtbar gemacht werden. Prof. Bonitz begleitet die weitere wissenschaftliche und klinische Entwicklung dieser Technologie.
Die Professur stärkt außerdem die Verbindung zwischen universitärer Lehre und klinischer Praxis. Studierende sowie junge Zahnärztinnen, Zahnärzte, Ärztinnen und Ärzte sollen digitale Technologien frühzeitig kennenlernen, kritisch bewerten und sicher anwenden können. Simulationen und virtuelle Planungssysteme ermöglichen es, komplexe Eingriffe realitätsnah zu trainieren, bevor sie bei Patientinnen und Patienten zum Einsatz kommen.
Zukunftstechnologien verantwortungsvoll begleiten
„Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden Zahnmedizin und Medizin nachhaltig verändern. Entscheidend ist, diesen Wandel wissenschaftlich fundiert, klinisch verantwortungsvoll und konsequent am Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten auszurichten“, sagt Prof. Dr. Dr. Lars Bonitz. „Die Professur bietet die Möglichkeit, Forschung, Lehre und klinische Anwendung noch enger miteinander zu verbinden und innovative Verfahren strukturiert in die Versorgung zu übertragen.“
Auch für das Klinikum Dortmund bedeutet die Professur einen weiteren Ausbau seines wissenschaftlichen Profils. Die Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte, Promotionen und interdisziplinäre Kooperationen. Gleichzeitig wird die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie als Standort für digitale Medizin und innovative Behandlungsmethoden weiter gestärkt. Patientinnen und Patienten profitieren dadurch frühzeitig von neuen diagnostischen und therapeutischen Verfahren, deren Nutzen wissenschaftlich überprüft wird.