Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Schwerpunkt
Neonatologie (Frühgeborene und Neugeborene)

Gemeinsam mit Frauenklinik, Pränatalmedizin und Kinderchirurgie betreuen in unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) kleinste und teils extrem unreife Frühgeborene sowie Kinder mit angeborenen Erkrankungen. Als eines der zehn größten Zentren in Deutschland verstehen wir die Behandlung ganzheitlich, von der pflegerischen und ärztlichen Betreuung bis hin zur musiktherapeutischen, psychologischen und sozialmedizinischen Unterstützung der Kinder und ihrer Familien.

Fast jedes zehnte Baby kommt zu früh auf die Welt, mitunter bis zu 4 Monate vor dem errechneten Geburtstermin. Ein sehr früher Geburtstermin, die damit verbundene ausgeprägte Unreife sowie ein geringes Geburtsgewicht sind wesentliche Schwierigkeiten, mit denen diese Kinder kämpfen müssen. In einigen Fällen treten angeborene Fehlbildungen oder andere Begleiterkrankungen hinzu. Für diese Kinder engagieren wir uns in unserem Perinatalzentrum mit einem großen interdisziplinären und multiprofessionellen Team.

Diagnostik

Wenn eine Frühgeburt erwartet wird, ist eine enge Abstimmung zwischen Frauenklinik und Kinderklinik notwendig, um die Geburt optimal vorzubereiten. Dazu gehört auch unser Angebot, die Frühgeborenenstation (Neonatologie) und das Team kennenzulernen. Denn die Geburt eines kleinen Menschen ist gerade für Sie als Eltern ein besonderes Erlebnis. Oft mischen sich in die Vorfreude auf das Baby Sorgen und Ängste: Wird mein Kind gesund zur Welt kommen? Wie bereite ich mich optimal auf die Geburt vor?

Therapie

Ein Schwerpunkt unserer Kinderklinik ist die Betreuung der frühgeborenen und Risiko-neugeborenen Kinder. Diese wird gesichert durch ein erfahrenes Ärzte-und Pflegeteam, Stillberatung, Physiotherapie, Musiktherapie, psychosoziale Elternberatung, psychologische und seelsorgerische Unterstützung. Darüber hinaus unterstützen wir die Familien über die Entlassung hinaus mit unserer Sozialmedizinischen Nachsorge zu Hause.

Nachsorge

Die Nachsorgesprechstunden, die Diagnostik- und Förderangebote des Sozialpädiatrischen Zentrums und der interdisziplinären Frühförderstelle sowie die entwicklungsneuropsychologische Ambulanz an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin runden das Leistungsspektrum ab. Wir helfen Ihnen nicht nur bei den ersten Schritten sondern begleiten die Entwicklung Ihres Kindes gerne weiter.

Qualitätssicherung

Die Behandlungsergebnisse bei kleinen Frühchen hängen maßgeblich von der Erfahrung der Klinik ab. Diese findet insbesondere in der Anzahl der behandelten sehr kleinen und unreifen Kinder ihren Ausdruck. Das Perinatalzentrum Dortmund gehört als Level I Zentrum der obersten Versorgungsstufe an und ist mit jährlich ungefähr 100 extrem unreifen Frühgeborenen mit weniger als 1.500 g eines der zehn erfahrensten Zentren in Deutschland.

Informationen zur Ergebnisqualität des Perinatalzentrums finden Sie auf der Internetseite www.perinatalzentren.org.

Weitere Infos

Muttermilch-Spenderinnenbank

Muttermilch ist die beste Ernährung für kleine Frühchen. Daher haben wir vor mehr als 10 Jahren am Klinikum Dortmund die erste Muttermilch-Spenderinnenbank in NRW aufgebaut. Es gilt das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe! Die Spenderinnenmilch stammt von Müttern, deren Kinder mittlerweile zu Hause sind, und sie wird eingesetzt speziell für extrem unreife Frühgeborene, deren Mütter noch nicht ausreichend Milch geben können. Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sind wir zentrale Muttermilch-Spenderinnenbank für mehrere mit uns kooperierende Kinderkliniken der Region.

Wir sind Partner-Klinik um Deutschen Frühgeborenen Netzwerk (The German Neonatal Network (GNN))

Häufig gestellt Fragen

Ihr Kind wird rund um die Uhr von unseren Teams aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal sowie Physio- und Musiktherapeutinnen betreut. Um Ihnen eine individuelle, auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmte Behandlung anzubieten, arbeiten wir mit spezifischen Fachrichtungen zusammen. Natürlich erfolgt die Betreuung nach den neuesten medizinischen und pflegerischen Richtlinien. Getreu dem Prinzip des „Minimal Handlings“ lautet unser Motto: „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich!“ Das bedeutet: alle Handgriffe, die das Baby irritieren könnten, werden vermieden und Untersuchungen auf ein notwendiges Minimum reduziert. 

Ziel: Stress und Schmerzen so gut es geht vermeiden

Ihr Baby liegt während seiner Behandlung bei uns in einem Inkubator, Wärme- oder Säuglingsbett und ist an Überwachungsgeräten mit Monitoren angeschlossen. Diese sind unumgänglich, da sie unser Personal bei der Überwachung und Behandlung Ihres Kindes unterstützen. Laute Monitoranlagen und andere technische Geräusche versuchen wir so gut es geht zu vermeiden. Alarmgrenzen sind individuell am Monitor für Ihr Neugeborenes eingestellt. So wird jede therapeutische und diagnostische Maßnahme, wie z. B. eine Blutentnahme, überwacht. Am Inkubator und Wärmebett finden Sie ferner spezielle Abdeckungen zur Lärm- und Lichtreduzierung. Auf der Station selbst ist die Beleuchtung meist gedämpft. Indem wir die ärztlichen und pflegerischen Versorgungen so gut es geht koordinieren, sorgen wir für ausreichende Ruhe- und Schlafphasen. Damit Ihr Kind so wenig Stress und Schmerzen wie möglich empfindet, verabreichen wir ihm vor unangenehmen Eingriffen eine Zuckerlösung zur Schmerzlinderung.

Ihr Kind kam zu früh und zu klein auf die Welt. Dadurch sind einzelne Organe noch unreif, Ihr Frühgeborenes ist als Folge noch nicht genügend auf das Leben außerhalb des Mutterleibes vorbereitet. Hinzu kommt eine Temperaturempfindlichkeit, wodurch Ihr Baby leicht auskühlen kann. Die notwendige Wärme und Luftfeuchtigkeit erhält es im Inkubator, der es zusätzlich vor Lärm schützt. Außerdem gewährleistet der Inkubator eine Beobachtung rund um die Uhr, sodass jegliche Veränderungen schnell erkannt werden können.

Über kleine Klappen und Löcher nehmen wir Pflegemaßnahmen vor. Über diese Öffnungen ist auch für Sie der körperliche Kontakt zum Kind gegeben. Zur besseren Beobachtung und Behandlung legen wir unter Umständen auch erkrankte Neugeborene in einen Inkubator. Für Ruhe und Schutz vor grellem Licht sorgt eine spezielle Inkubatorabdeckung. Wann Ihr Baby zum ersten Mal aus dem Inkubator genommen werden kann, ist von Kind zu Kind unterschiedlich und hängt maßgeblich von seinem aktuellen Befinden ab. Gerade für sehr kleine und sehr unreife Frühchen kann es am besten sein, wenn sie in den ersten Tagen wenig umgelagert werden und den Inkubator nicht verlassen.

Wir sind für Sie da

Eine lange Aufenthaltsdauer in der Klinik bedeutet sowohl für Sie als Eltern als auch für Ihr Baby eine große Belastung. Wir möchten Sie in Ihrer Elternrolle unterstützen und stärken, so dass Sie Ihr Baby so bald wie möglich selbständig betreuen und pflegen können. Wir bemühen uns, gemeinsam mit Ihnen Ihre Befürchtungen zu überwinden und die Belastung für Ihre Familie so gering wie möglich zu halten. Wir möchten Sie ermutigen, unsere Angebote und Hilfen anzunehmen.

Damit Ihr Kind rascher gesund wird, benötigt es u.a. Ihren Körperkontakt. Mit jedem Besuch tragen Sie daher dazu bei, dass Sie Ihr Neugeborenes schneller zu sich nach Hause nehmen können. Damit die Kontaktaufnahme gelingt, versuchen wir eine möglichst ruhige und ungestörte Atmosphäre zu schaffen. Bitte schalten Sie daher (und auch aus hygienischen Gründen) Ihr Handy vor dem Betreten der Station aus. Ohne Blitzlicht dürfen Sie gerne Fotos von Ihrem Baby machen. Wir heißen natürlich auch Geschwister herzlich willkommen, diese müssen jedoch gesund sein und ständig beaufsichtigt werden. Freunde und Verwandte können, in Begleitung eines Elternteils, auch Ihr Baby besuchen. Die Besucherzahl sollte dabei jedoch auf maximal 2 Personen pro Tag beschränkt sein. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir bei einer hohen Zahl kritisch kranker Kinder die Besucherregelungen mitunter strenger halten müssen, um die Kinder zu schützen.

Sie als Eltern sind in der Neonatologie wichtig, denn für seine weitere Entwicklung vertraut Ihr Kind auf Ihre Nähe, Stimme und Zuwendung. Um sich ihrem Baby anzunähern und Kontakt aufzubauen, benötigen viele Mütter und Väter einige Zeit. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie bei Ihrem ersten Besuch Hilflosigkeit spüren, das ist normal. Bald werden Sie die Signale deuten können, mit denen Ihr Neugeborenes Ihnen zeigt wie es ihm geht. Mit der Zeit werden Sie Ihr Kind so gut kennen wie kein anderer auf der Station. So entwickeln Sie einen eigenen Tagesablauf und entscheiden selbst wie oft und wie lange Sie Ihr Kind besuchen. Der Besuchsrhythmus ist bei allen Eltern individuell und orientiert sich an den jeweiligen Lebenssituationen. Je regelmäßiger er ist, umso besser wirkt sich dies auf Ihr Baby aus, denn damit schenken Sie ihm Geborgenheit und Vertrauen. In der nächsten Zeit werden Sie einige Stunden mit Ihrem Baby verbringen. Die Frage, was sie in dieser Zeit für ihr Neugeborenes tun können, stellen sich dann die meisten Eltern:

Viele machen die Erfahrung, dass z. B. ihre Stimme beruhigend auf ihr Neugeborenes wirkt. Erzählen Sie Ihrem Baby also zum Beispiel viel oder lesen Sie ihm etwas vor. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie ein Märchen- oder ein Geschichtenbuch oder die Tageszeitung wählen. Auf Ihre Stimme kommt es an, denn Ihr Kind erinnert sich noch aus der Schwangerschaft an Ihre Stimme und kann diese von anderen abgrenzen.

Genauso wichtig ist der körperliche Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Durch die Öffnung im Inkubator können Sie Ihr Neugeborenes, sobald Sie es möchten, jederzeit berühren.

Dabei erscheint den meisten Eltern ihr Baby anfangs sehr klein und zerbrechlich, so dass sie sich aus Angst es zu verletzen nicht trauen. Schnell werden Sie aber merken, wie sehr Ihr Kind den Körperkontakt genießt, besonders großflächige und beruhigende Berührungen. Legen Sie zum Beispiel eine Hand an den Kopf und die andere Hand an die Füße Ihres Babys. Sie werden merken wie Ihr Kind sich mit seinen Füßen gegen Ihre Hand stemmen wird – nicht, weil es ihm unangenehm ist, sondern weil es eine Begrenzung spürt, die es schon aus dem Mutterleib kennt. Sie geben ihm dadurch die Sicherheit, dass seine kleine Welt hier zu Ende ist. So fühlt sich Ihr Kind geborgen und geschützt.

Sie können aber auch eine seiner kleinen Hände in Ihre nehmen und halten. Damit vermitteln Sie Ihrem Baby Ruhe und tragen zu seiner Entspannung bei.

Manchmal möchte Ihr Neugeborenes aber lieber nicht berührt werden, etwa wenn es schläft oder im Inkubator liegt und Ihrer Stimme lauschen möchte. Keine Sorge, Sie werden die Zeichen schnell und besser als jeder andere deuten können. Eine Spieluhr mit leiser Melodie oder eigene Kleidung für Ihr Baby dürfen Sie gerne mitbringen und zum Waschen wieder mit nach Hause nehmen.

Als Eltern eines Frühchens oder kranken neugeborenen Kindes müssen Sie sich in eine neue Lebenssituation einfinden und sind dadurch sehr gefordert. Vor Ihnen liegt daher sicherlich eine sehr anstrengende Zeit, in der wir Sie so gut es uns möglich ist unterstützen möchten. Hilfreich ist meist schon ein Gespräch, um herauszufinden, ob und inwiefern Sie Entlastung in Ihrem Alltag benötigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin stehen Ihnen dafür jederzeit zur Verfügung, sprechen Sie uns gerne an.

Wichtig ist vor allem die korrekte Händedesinfektion zum Schutz Ihres Babys. Bevor Sie Ihre Hände waschen und desinfizieren legen Sie bitte unbedingt Ihre Uhr und alle Ringe ab. Ihre Hände sollten frei von Wunden, die Fingernägel kurz und unlackiert sowie ohne Applikationen sein. Da das Immunsystem Ihres Babys noch nicht vollständig entwickelt ist, bitten wir Sie, die Händedesinfektion im Zimmer zu wiederholen – dabei mindestens 30 Sekunden einwirken lassen – bevor Sie Ihr Neugeborenes berühren. Lassen Sie sich die korrekte Händedesinfektion vom Pflegepersonal zeigen. Warten Sie dann einige Sekunden, damit der Alkoholgeruch verfliegen kann. Es wird empfohlen Wertgegenstände lieber zu Hause zu lassen.

mediKIDS Medizin kinderleicht erklärt

In Folge 4 unserer mediKIDS-Reihe zeigen wir Ihnen einen Einblick in unsere Früh- und Neugeborenen-Intensivstation C23.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen erkrankte Kinder im Mittelpunkt. Wir begleiten Ihre Kinder und Sie als Eltern mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen und Ihren Kindern eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Leiter Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Dr. med. Michael Hofmann

Wir sind für Sie da