Die Atherosklerose der Herzkranzgefäße kann bereits in jungen Jahren auftreten. In den meisten Fällen entsteht sie durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung – insbesondere Störungen des Fettstoffwechsels – und einer ungesunden Lebensweise. Dabei spielen vor allem Rauchen, unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel eine entscheidende Rolle.
Grundsätzlich kann die Atherosklerose alle Gefäße des Körpers betreffen. Neben den Herzkranzgefäßen sind auch die hirnversorgenden Arterien von Bedeutung, die in der Regel erst in höherem Alter betroffen sind, sowie die Gefäße der Beine.
Ist die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten – das heißt, die Ablagerungen verengen die Gefäße noch nicht so stark, dass der Blutfluss wesentlich beeinträchtigt ist – steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Normalisierung des Cholesterinstoffwechsels. Diese Behandlung mit Cholesterinsenkern wird durch eine Anpassung des Lebensstils ergänzt, insbesondere durch eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung.
Erst bei hochgradigen Verengungen der Arterien, die mit typischen Beschwerden wie Angina pectoris oder Luftnot einhergehen, werden weitergehende Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen die Aufdehnung der Engstellen mittels Ballonkatheter mit anschließender Stabilisierung durch einen Stent sowie die operative Umgehung der verengten Gefäßabschnitte durch einen Bypass.
Zunehmend kommen auch kombinierte Verfahren aus Stent und Bypass – sogenannte Hybrid-Konzepte – zum Einsatz.
Diagnostik
Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen Arteriosklerose der Herzkranzgefäße stellen sich in der Regel mit typischen Beschwerden einer Angina pectoris beim Arzt vor. Dabei handelt es sich um belastungsabhängige Druckschmerzen in der Brust, im Oberbauch oder im Rücken. In manchen Fällen ist jedoch auch eine neu aufgetretene Atemnot der Anlass für die ärztliche Abklärung.
Treten diese Beschwerden bereits bei geringer Belastung oder sogar in Ruhe auf, ist besondere Eile geboten. Es kommt jedoch auch vor, dass Patientinnen und Patienten im Alltag beschwerdefrei und gut belastbar sind. In solchen Fällen können Veränderungen beispielsweise erst im Rahmen einer Routinekontrolle, etwa bei einem Belastungs-EKG, auffallen und weitere diagnostische Maßnahmen nach sich ziehen.
Heute besteht zudem die Möglichkeit, Verkalkungen der Herzkranzgefäße mittels moderner Computertomographie nachzuweisen. Diese Methode wird zunehmend auch im Rahmen von Gesundheits-Checks eingesetzt.
Am genauesten lässt sich das Ausmaß der Verkalkungen und der Befall der Herzkranzgefäße durch eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) beurteilen. Dabei werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt und gleichzeitig unter Röntgen sichtbar gemacht. Atherosklerotische Plaques zeigen sich hierbei als Verengungen und Unregelmäßigkeiten im Kontrastmittelfluss. Sind diese Verengungen hochgradig und für die Durchblutung des Herzens relevant, ist eine Behandlung erforderlich – entweder durch eine Gefäßerweiterung mit Stent oder durch eine Bypass-Operation.
Nicht immer stützt sich die Beurteilung ausschließlich auf die Herzkatheteruntersuchung und die visuelle Einschätzung. Ergänzend können spezielle Druckmessungen durchgeführt werden, um das Ausmaß der Durchflussminderung an einer Engstelle zu bestimmen. Auch eine Kernspintomographie kann eingesetzt werden, um festzustellen, ob eine Minderversorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff vorliegt.
Therapie
Erst wenn Verengungen der Herzkranzgefäße die Durchblutung des Herzmuskels gefährden, wird der Einsatz von Stents oder eine Bypass-Operation empfohlen.
Die Stent-Implantation hat den Vorteil, dass sie schnell durchgeführt werden kann. Das ist insbesondere bei Notfällen von großer Bedeutung, etwa wenn ein Herzkranzgefäß sich zu verschließen droht oder bereits verschlossen ist und sich ein Herzinfarkt entwickelt. Zudem ist der Eingriff in der Regel deutlich weniger belastend, und die Patientinnen und Patienten bleiben währenddessen meist wach.
Viele Patientinnen und Patienten – insbesondere nach der Implantation eines einzelnen Stents – können häufig bereits nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen.
Der Bypass bietet gegenüber dem Stent den Vorteil, dass er den gesamten erkrankten Abschnitt des Herzkranzgefäßes überbrückt. Dabei wird nicht nur eine hochgradige Engstelle behandelt, sondern auch zusätzliche mittelgradige Verengungen. Nimmt die Erkrankung im weiteren Verlauf zu, kann der Bypass die Blutversorgung des Herzens auch dann aufrechterhalten, wenn Gefäße vollständig verschlossen sind. Ein Stent bietet in solchen Situationen unter Umständen keinen vergleichbaren Schutz.
Als Faustregel gilt: Sind die Herzkranzgefäße stark von Plaques und Verkalkungen betroffen, ist ein Bypass häufig die langfristig stabilere Lösung. In weniger fortgeschrittenen Stadien, in denen nur einzelne Engstellen vorliegen, wird meist eine Behandlung mit einem Stent bevorzugt.
Nicht selten sind Patientinnen und Patienten zunächst enttäuscht, wenn ein Stent nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Gleichzeitig hat sich die operative Versorgung in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt: In unserer Klinik wird heute in der Regel nicht mehr mit Herz-Lungen-Maschine am stillgelegten Herzen operiert. Stattdessen kommen überwiegend schonende Verfahren zum Einsatz – meist am schlagenden Herzen und zunehmend ohne Eröffnung des Brustkorbes im Sinne minimal-invasiver Techniken.
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