Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Schwerpunkt
Herzinsuffizienz und Mobile ECMO Dortmund

Viele Patientinnen und Patienten, vor allem ältere, leiden an Herzschwäche (Herzinsuffizienz), deren Hauptsymptom Luftnot ist. Die Fortschritte in der medikamentösen Therapie in den letzten Jahren sind enorm. Viele Menschen, die zuvor nur wenig Hoffnung auf Linderung ihrer Beschwerden hatten, können heute durch moderne Medikamente eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität und Lebenserwartung erreichen.

Hinzu kommt eine Vielzahl neuer interventioneller, herzkatheterbasierter Methoden. In der Herzchirurgie betreuen wir häufig Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Stadien einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Diese Menschen leiden unter schweren Veränderungen der Herzkranzgefäße, die zu Herzinfarkten und einer deutlichen Einschränkung der Herzfunktion führen, oder unter spät behandelten Herzklappenerkrankungen. In beiden Fällen hat die langjährige Überbelastung bereits zu starken Schäden am Herzmuskel und an der Pumpleistung des Herzens geführt.

Eine weitere Patientengruppe befindet sich in Notfallsituationen: Hier ist die Herzschwäche so stark, dass medikamentöse Unterstützung allein nicht mehr ausreicht. In solchen Fällen setzen wir spezielle maschinelle Unterstützungssysteme ein.

Wir sind auf die Versorgung fortgeschrittener Herzschwächen und die Akutbehandlung des kardiogenen Schocks spezialisiert und fungieren seit Jahren als überregionales Zentrum für Herzinsuffizienz. In speziellen Fällen arbeiten wir interdisziplinär mit den Abteilungen für Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie und Kardiologie zusammen, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.

Diagnostik

Das Hauptsymptom einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist Luftnot. Es ist nicht immer einfach zu erkennen, ob die Beschwerden durch eine Lungenerkrankung – zum Beispiel als Folge langjährigen Rauchens – oder durch eine Herzschwäche verursacht werden. Manche Patientinnen und Patienten haben auch beide Erkrankungen gleichzeitig.

Eine Herzschwäche lässt sich sowohl im Labor durch bestimmte Blutwerte, wie Pro-BNP, als auch im Herzultraschall feststellen. Im Ultraschall zeigt sich eine eingeschränkte Kontraktionskraft des Herzmuskels. Gleichzeitig können auch Erkrankungen der Herzklappen sichtbar werden, die ebenfalls Luftnot verursachen können – mit oder ohne begleitende Herzschwäche.

Wird im Ultraschall eine Herzschwäche festgestellt, die nicht durch eine Klappenerkrankung bedingt ist, kann diese Folge einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels sein, was sich in einer Herzkatheter-Untersuchung zeigen würde. Eine primär bestehende Herzschwäche kann auch im Rahmen einer Herzmuskelerkrankung oder als Folge einer Entzündung des Herzmuskels nach einer Infektion auftreten.

Bei der Diagnostik ist zunächst das klinische Beschwerdebild entscheidend: Tritt die Luftnot nur bei starker Belastung wie Treppensteigen über mehrere Etagen auf, schon bei leichter Belastung oder sogar in Ruhe? Laborwerte, die Quantifizierung der Muskelbewegungen im Herzecho oder weiterführende Untersuchungen mittels Herzkatheter geben Aufschluss über die Ausprägung der Herzschwäche, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium.

Reicht die Pumpleistung des Herzens nicht mehr aus, um alle Organe ausreichend zu versorgen, können Symptome eines Organversagens auftreten. Diese sind lebensbedrohlich und müssen sofort behandelt werden. Besonders empfindlich reagieren Nieren: Eine verminderte Durchblutung zeigt sich hier durch eine stark reduzierte oder ausbleibende Urinproduktion. Häufig kommt es auch zu blasser, kalter Haut an Händen und Füßen. Manche Patientinnen und Patienten wirken verwirrt, der Blutdruck ist erniedrigt, der Puls erhöht. Bei einer weiteren Verschlechterung der Herzleistung kann ein Schock eintreten, der unbehandelt tödlich verlaufen kann.

Therapie

Den meisten Patientinnen und Patienten kann durch eine differenzierte medikamentöse Therapie geholfen werden. Moderne Medikamente, von denen einige erst seit wenigen Jahren verfügbar sind, wirken sehr effektiv.

Als Herzchirurginnen und Herzchirurgen sehen wir vor allem im Rahmen von Bypass- oder Herzklappenoperationen Patientinnen und Patienten, die zusätzlich an einer schweren Herzschwäche leiden. Oft normalisiert sich die Herzfunktion nicht unmittelbar nach der Anlage eines Bypasses oder der Korrektur einer Herzklappe. Daher setzen wir bereits vor und während der Operation zunehmend maschinelle Herzunterstützungssysteme ein.

Systeme wie Impella oder ECMO ermöglichen es, dass Patientinnen und Patienten die ersten Tage nach der Operation sicher überstehen. Sie verhindern Minderdurchblutungen der Organe aufgrund einer eingeschränkten Herzleistung. Die Geräte werden über große Gefäße am Arm oder in der Leiste eingeführt und überbrücken die Zeit bis zur Besserung nach der Operation.

Ein weiteres Einsatzgebiet dieser maschinellen Unterstützung ist die Akutversorgung von Patientinnen und Patienten im Kreislaufschock. Wir haben uns darauf spezialisiert und unsere Intensivstation personell und räumlich entsprechend ausgestattet. In Kooperation mit dem Rettungsdienst der Stadt Dortmund können wir auch Personen, die in anderen Krankenhäusern der Region nicht ausreichend versorgt werden können, vor Ort mit einer tragbaren Herz-Lungen-Maschine behandeln. Die Patientinnen und Patienten werden an die Systeme angeschlossen, die den Kreislauf stabilisieren und die Versorgung der Organe mit Sauerstoff sicherstellen. Anschließend erfolgt die weitere Behandlung auf unseren Spezialeinheiten der Intensivstation.

Diese Phase kann sehr langwierig sein und erfordert viel Erfahrung und Expertise. Ein großer Vorteil ist, dass unser Ärzteteam in das Klinikum Dortmund, einen Maximalversorger, eingebunden ist. Hier sind verschiedenste Spezialistinnen und Spezialisten unter einem Dach vereint. Gerade Patientinnen und Patienten, die einen Kreislaufschock erlitten haben, weisen häufig Schäden an mehreren Organen auf. Diese können wir gemeinsam mit den Kollegen gezielt behandeln.

Ebenso wichtig sind die Einbindung der Familien, die Abschätzung der Belastungen für Patientinnen, Patienten und Angehörige sowie die Prognose. Das Alter spielt dabei eine entscheidende Rolle: Jüngere Patientinnen und Patienten können oft mehr kompensieren, ältere Menschen hingegen vertragen einen Kreislaufschock selten über längere Zeit. Deshalb ist eine sorgfältige Abwägung dessen, was machbar und sinnvoll ist, von größter Bedeutung.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Die 24-Stunden-Hotline ist für dringliche Anliegen gedacht und verbindet Sie direkt mit einer Oberärztin oder einem Oberarzt. Für allgemeine Fragen, Terminvereinbarungen von Operationen oder Heart-Team-Besprechungen erreichen Sie uns über das Sekretariat. Für Schrittmacheranfragen oder Befundanforderungen wenden Sie sich bitte an die Herzchirurgische Ambulanz.

Ambulanz Herzchirurgie
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24h-Oberarzt-Hotline (für Ärztinnen und Ärzte)
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Sekretariat
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