Diagnostik
Das klassische Symptom einer Mitralklappenerkrankung ist zunehmende Luftnot. Zunächst tritt sie nur bei starker körperlicher Belastung auf oder zeigt sich als allgemeine Leistungsminderung. Mit fortschreitender Erkrankung kann die Luftnot auch bei leichteren Aktivitäten auftreten.
Darüber hinaus können Herzrhythmusstörungen entstehen, da die vorgelagerten Vorhöfe des Herzens zunehmend belastet werden. Die Mitralklappe fungiert wie ein Einlassventil in die Hochdruckkammer des Herzens. Ist dieses Ventil undicht, wird Blut mit hohem Druck zurück in die Vorhöfe gepumpt. Die Vorhöfe werden dadurch so stark belastet, dass sie sich vergrößern und Rhythmusstörungen entwickeln können. Dies kann zu dauerhaftem Vorhofflimmern führen, die natürlichen Kontraktionen der Vorhöfe werden gestört, und es besteht ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle.
Manchmal zeigen Patientinnen und Patienten nur wenige Symptome, und die Undichtigkeit der Mitralklappe wird zufällig beim Abhören mit dem Stethoskop oder durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens festgestellt. Selbst wenn keine Beschwerden vorliegen, kann eine Operation sinnvoll sein, sobald die Undichtigkeit sehr hochgradig ist oder bereits Veränderungen am Herzen, wie eine Ausweitung der Vorhöfe, aufgetreten sind.
In der westlichen Welt sind Undichtigkeiten der Mitralklappe (Mitralklappen-Insuffizienz) häufiger von Bedeutung als Verengungen der Klappe (Mitralklappenstenose). In anderen Ländern, in denen Entzündungen im Kindesalter, beispielsweise Mandelentzündungen, nicht rechtzeitig behandelt werden, können Herzklappenentzündungen mit nachfolgenden Verengungen auftreten. In diesen Fällen ist ein Ersatz der Mitralklappe durch eine Prothese erforderlich.
Therapie
Bei einer Mitralklappeninsuffizienz wird stets versucht, die Klappe zu reparieren. Dafür stehen verschiedene bewährte Methoden zur Verfügung. Grundsätzlich werden die beiden Segel der Mitralklappe so repariert, dass eine ausreichende Dichtigkeit erreicht wird. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass durchhängende Segel mithilfe neuer Sehnen wieder aufgehängt werden. Zusätzlich wird ein Ring implantiert, um das Ergebnis zu sichern und die Segel so zueinander zu bringen, dass eine optimale Überlappung entsteht.
Sowohl die Reparatur als auch der Ersatz der Mitralklappe erfolgen grundsätzlich minimalinvasiv. Nur in sehr seltenen Fällen, etwa wenn zusätzlich ein Bypass erforderlich ist oder die Verkalkung der Gefäße sehr stark ausgeprägt ist, kann eine offene Operation sicherer sein.
Grundsätzlich bleibt die zentrale Frage bestehen: Kann der Defekt repariert werden oder muss die Klappe ersetzt werden? Die Reparatur hat Vorrang, da ein Klappenersatz insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten Nachteile mit sich bringt. Dies gilt für die Mitralklappe noch stärker als für die Aortenklappe, da keine der verfügbaren Prothesen lebenslang hält. Je jünger die Patientin oder der Patient, desto früher müssten Prothesen wieder ausgewechselt werden, beziehungsweise wären erneute Eingriffe erforderlich.
Bei Patientinnen und Patienten ab etwa 65 bis 70 Jahren kann der Ersatz mit einer biologischen Prothese infrage kommen, da diese im höheren Alter nur sehr langsam verschleißt. Bei jüngeren Patientinnen und Patienten unter 60 Jahren ist, wenn eine Reparatur nicht möglich ist, der Einsatz einer mechanischen Herzklappe erforderlich. Ein Nachteil dieser Klappen besteht darin, dass lebenslang Blutverdünner wie beispielsweise Marcumar eingenommen werden müssen.
Die Herausforderung besteht darin, die Herzklappe so zu operieren, dass sie möglichst lebenslang hält und kein weiterer Eingriff notwendig wird. In unserem Haus hat sich die minimalinvasive chirurgische Rekonstruktion der Mitralklappe in der Praxis bewährt.
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