Häufigste Verletzungsarten
Kindliche Knochen sind elastischer und brechen häufiger unvollständig. Manchmal kommt es auch nur zu einer Verbiegung des Knochens. Es treten Schmerzen, Schwellung, Bluterguss, Schonhaltung oder eine Unfähigkeit, das Körperteil zu belasten, auf. Eine sichtbare Fehlstellung ist ein sicheres Zeichen.
Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter – oft passieren sie im Alltag, zum Beispiel durch heiße Flüssigkeiten, Herdplatten oder Wasserkocher. Schon kurze Kontakte mit Hitze können die empfindliche Haut von Kindern schwer schädigen.
Wichtig ist eine schnelle und richtige Erstversorgung: Die betroffene Stelle sollte sofort für einige Minuten mit kühlem bis handwarmem Wasser gekühlt werden. Anschließend sollte die Verletzung ärztlich abgeklärt werden – insbesondere bei größeren Flächen, im Gesicht oder bei Säuglingen und Kleinkindern.
Kindliche Wunden zeigen sich durch Blutung, Schmerz, Schwellung und Rötung. Häufig bilden sich Blutergüsse oder Krusten. Offene Wunden können nässen oder eitrig werden. Sichtbare Fremdkörper, klaffende Wundränder, starke Blutung, Fieber oder zunehmende Schmerzen sind Warnzeichen. Bei solchen Befunden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Was tun bei Verbrennungen im Notfall?
Rettungsdienst erforderlich? Notruf 112 wählen!
Kühlen NUR mit kaltem Leitungswasser – immer ausschließlich Wasser
Schmerzmittel geben (Saft oder Zäpfchen)
Wunden abdecken
Vorstellung in unserer Notaufnahme
Diagnostik
Nach ärztlicher Untersuchung der betroffenen Körperstelle wird eine altersentsprechend angemessene weitere Diagnostik eingeleitet. Bei Knochenbrüchen ist dies in der Regel die Röntgenbildgebung, die es erlaubt, anhand von Lokalisation und Art des Knochenbruchs die erforderliche Behandlungsmethode festzulegen.
Wunden werden von uns gesäubert, Entzündungszeichen abgeklärt, Blutungen gestoppt und der Wundverschluss eingeleitet. Gelegentlich ist die Wundversorgung unter Vollnarkose im OP die für Ihr Kind schonendste Behandlungsmöglichkeit. Ausgedehnte Weichteildefekte werden im Verlauf durch uns nachgesorgt und bei funktionellen oder kosmetischen Problemen plastisch korrigiert.
Wir halten alles vor, was zur Versorgung thermischer Verletzungen benötigt wird. So teilen wir frühestmöglich nach objektivierter, lasergestützter Bestimmung des Hautschadens die zu erwartende Abheilungschance und -dauer mit.
Therapie
Knochenbrüche
Zur Behandlung von Knochenbrüchen unterscheidet man Verfahren mit oder ohne Korrektur einer etwaigen Fehlstellung sowie Methoden mit oder ohne das Einbringen von Metallimplantaten. Die einfachste Therapieform ist die Ruhigstellung im Cast („Plastik“-Gips) für die Dauer der Beschwerden und zum Schutz vor einer Fehlstellung. Das Richten eines fehlgestellten Knochenbruchs ist schmerzhaft, sodass der Eingriff kindgerecht unter Narkose durchgeführt wird. Bei instabilen Bruchformen wird zusätzlich die regelrechte Stellung mittels Metallimplantat gesichert. Hierbei kommen Stahldrähte (K-Drähte), elastisch stabile intramedulläre Titannägel (ESIN) oder Schrauben zur Anwendung. Das Metall wird nach Ausheilung des Bruchs in einer kurzen Narkose wieder entfernt.
Verletzungen und Wunden
Ob privater Unfall oder Kindergartenunfall/Schulunfall ist für uns als am Verletzungsartenverfahren (VAV) beteiligtes Krankenhaus nur ein bürokratischer Aspekt, der in der Versorgungsqualität Ihres Kindes keinen Unterschied macht. Als überregionales kindertraumatologisches Referenzzentrum kümmern wir uns zusammen mit der Klinik für Unfallchirurgie auch um Schwerstverletzte. Studien belegen dabei, dass eine Versorgung durch Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen mit besserem Überleben, mehr Organerhalt und weniger Folgeschäden einhergeht. Wir ermöglichen auch nach der Versorgung im Schockraum und notwendigen operativen Maßnahmen durch Intensivbehandlung und Frührehabilitation in der Klinik die stationäre Rehabilitation (z. B. in der Reha-Klinik in Hattingen-Holthausen) bis zur Langzeitbetreuung durch Psychologinnen und Psychologen im Sozialpädiatrischen Zentrum – und damit eine kindgerechte, komplexe Therapie.
Verbrennungen
Wir versorgen Kinder mit Verbrühungen und Verbrennungen unterschiedlichen Ausmaßes. Von kleinen, ambulant und konservativ zu behandelnden Wunden bis hin zur intensivmedizinischen und operativen Therapie großflächiger und hochgradiger Verletzungen bieten wir ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität in der Versorgung. Es erfolgen Wundversorgungen mit modernsten Wundauflagen und Verbandsmaterial, Behandlungen der Verbrennungskrankheit, (Spalt-)Hauttransplantationen, Narbenkorrekturen und Hautexpander-Therapien zur funktionellen und kosmetischen Rekonstruktion. In unserer Sprechstunde für Verbrennungen erfolgt die angemessene Nachsorge.
Wir sind gern für Sie da.
In unserer Klinik stehen erkrankte Kinder im Mittelpunkt. Wir begleiten Ihre Kinder und Sie als Eltern mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.
Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen und Ihren Kindern eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.
Kindertraumatologie
- Christian Vierling
- Dr. med. Bernd Pösentrup
- Krzysztof Granisz
Sprechstunden: Mo und Fr 13:00 – 16:00 Uhr
Terminvereinbarung: +49 231 953 21638 (Mo–Fr 09:00 – 12:00 Uhr)
Verbrennungen, thermische Verletzungen, plastische Eingriffe
- Claudia Hollborn
- Krzysztof Granisz
Sprechstunde: Do 13:00 – 15:00 Uhr
Terminvereinbarung: +49 231 953 21638 (Mo–Fr 09:00 – 12:00 Uhr)
Nachsorge für Schul- und Kindergartenunfälle (BG-Sprechstunde)
- Dr. med. Christian Clemen
Sprechstunde: Mi 14:00 – 16:00 Uhr
Terminvereinbarung: +49 231 953 21638 (Mo–Fr 09:00 – 12:00 Uhr)