Häufigste Krankheiten
Die Harnröhrenöffnung liegt nicht an der Spitze der Eichel, sondern weiter unten am Penisschaft oder am Hodensack. Häufig gibt es eine Vorhautschürze und eine Peniskrümmung. Hierdurch besteht nicht nur eine starke ästhetische Veränderung, auch die Harn- und später die Sexualfunktion sind beeinträchtigt. Studien zeigen eine gute Verträglichkeit und kosmetische Abheilung bei einer Operation im Kleinkindalter.
Beim vesikoureteralen Reflux (VUR) fließt Urin aus der Blase zurück in die Harnleiter, manchmal bis in die Niere. Das erhöht das Risiko für wiederkehrende Harnwegsinfekte und Nierenschäden. Die Diagnose erfolgt mittels Ultraschall und Miktionszystourethrographie. Die Therapie reicht von Beobachtung und Antibiotikaprophylaxe bis zu endoskopischer oder chirurgischer Korrektur bei höherem Refluxgrad oder bestehendem Nierenschaden.
Engstellen am Übergang Niere → Harnleiter oder Harnleiter → Blase führen zu Harnstau und Aufweitung des Nierenbeckens (Hydronephrose). Ursachen sind angeborene Fehlbildungen oder äußere Gefäßkompressionen. Wichtig ist der Schutz der Nierenfunktion, sodass bei signifikanter Stauung oder Funktionseinbuße eine operative Korrektur (z. B. Pyeloplastik) erforderlich ist.
Einnässen im Kindesalter ist häufig, im Alter von 7 Jahren nässen nachts noch 10 % der Kinder und tagsüber noch 3–5 % der Kinder ein. Oft ist das mit einem hohen Leidensdruck für die Familien verbunden. Bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres gilt Einnässen in der Regel als altersgemäß („physiologische Harninkontinenz“), meist auch dann, wenn die Kinder schon einmal vorübergehend „trocken“ waren. Auffälligkeiten klären wir in unserer Kontinenzsprechstunde ab.
Diagnostik
Im Rahmen der Sprechstunden für Kinderurologie und der Sprechstunde für Urotherapie und Urodynamik sowie auch unter stationären Bedingungen werden diagnostische Schritte und therapeutische Maßnahmen eingeleitet – auch eine vorgeburtliche Befundbesprechung ist möglich. Anhand klinischer und bildgebender Untersuchungsbefunde, bei Bedarf ergänzt durch laborchemische Urinuntersuchungen sowie die Bestimmung von Nieren- und Blasenfunktion und Harnabflussverhältnissen (Uroflowmetrie und Zystomanometrie).
Es werden verschiedene Formen des Einnässens unterschieden, und es gibt unterschiedliche Ursachen. Um die Ursache des Einnässens, ob am Tag und/oder in der Nacht, zu finden, bitten wir Sie, einen Fragebogen, ein Blasentagebuch über 2–3 Tage sowie ein 14-Tage-Protokoll anzufertigen (Dokumente auch im Downloadbereich). Diese Unterlagen sind ein wichtiger Teil der Diagnostik, weshalb wir erst Termine vereinbaren können, wenn uns die Unterlagen vollständig ausgefüllt vorliegen.
Planen Sie bitte ca. 1,5 Stunden für einen Termin in der Kontinenzsprechstunde ein. Je nach Ursache des Einnässens wird altersgerecht die Blasenfunktion sowie individuelle Abweichungen davon erklärt. Die Urotherapeutin bespricht Trink- und Ernährungsverhalten und fördert die Körper- und Selbstwahrnehmung. Verschiedene Verhaltensweisen werden erklärt, demonstriert und geübt, um die Blase und den Darm entspannt entleeren zu können oder auch mit Drangsymptomen besser umgehen zu können. Eine ärztliche (nicht schmerzhafte) Untersuchung mit Ultraschall wird durchgeführt. Abschließend werden das weitere Vorgehen sowie ggf. noch medikamentöse oder andere Therapiemöglichkeiten besprochen.
Verschiedene Hilfsmittel werden bei Bedarf erklärt und demonstriert (Klingelhose, TENS-Therapie, Biofeedback).
Als weiterführende Diagnostik wird eine Uroflowmetrie („Computer-Toilette“) durchgeführt. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft für das Kind. Nur in besonderen Fällen sind weitere Untersuchungen wie das Flow-EMG oder eine Blasendruckmessung sinnvoll. Ihr Kind sollte auf jeden Fall immer mit voller Blase zu uns kommen.
Unsere Sprechstundenzeiten finden Sie weiter unten im Kontaktbereich.
Therapie
Die urologische Erkrankung Ihres Kindes und die Therapiemöglichkeiten werden in der Sprechstunde für Urologie besprochen und erklärt. Häufig ist eine ambulante operative Behandlung möglich. Altersabhängig und je nach Ausprägung ist auch eine stationäre Behandlung sinnvoll und für die Kinder angemessen. Schonende Verfahren (Spiegelung von Harnröhre, Blase und Harnleitern, minimalinvasive chirurgische Verfahren wie Laparoskopie) werden, wo möglich, angewendet. Unser Anliegen ist es, die Nierenfunktion Ihres Kindes zu erhalten, Funktionsbeschwerden zu lindern, ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen oder ein Blasentraining sowie die Kontinenzentwicklung einzuleiten.
Wir sind gern für Sie da.
In unserer Klinik stehen erkrankte Kinder im Mittelpunkt. Wir begleiten Ihre Kinder und Sie als Eltern mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.
Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen und Ihren Kindern eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.
Kinderurologische Sprechstunde
- Dr. med. Andreas Leutner
- Claudia Hollborn
- Ezhilarasi Ambur Maniarasan
Sprechstunde: Mo 12:00 – 16:00 Uhr
Terminvereinbarung: +49 231 953 21630
Urodynamik / Blasentraining
Tanja Albers (Kinderkrankenschwester, Urotherapeutin)
Sprechstunde: Mo, Mi und Do nach Terminvereinbarung
Terminvereinbarung: +49 231 953 21653 oder E-Mail senden