Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Schwerpunkt
Neuroradiologie

Die Neuroradiologie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Radiologie und befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, der Wirbelsäule und der hirnversorgenden Gefäße. Neben modernen bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) kommen auch hochspezialisierte Techniken wie funktionelle Bildgebung und Angiographie zum Einsatz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf minimal-invasiven, sogenannten neurointerventionellen Behandlungen – beispielsweise bei Schlaganfällen, Gefäßverengungen oder Aneurysmen.

Die minimal-invasive Behandlung von höhergradigen Verengungen der hirnversorgenden Gefäße stellt eine Alternative zur offenen Operation dar. Am Klinikum Dortmund besteht in diesem Bereich eine langjährige Erfahrung, die auf die Vorarbeiten von Prof. Mathias zurückgeht, der diese Methode maßgeblich entwickelt hat.

Bei der Karotis-Stentimplantation wird unter lokaler Betäubung ein dünner Katheter über die Leistengefäße bis in die betroffene Halsschlagader vorgeschoben. Die Engstelle wird anschließend bildgebend dargestellt und vorsichtig mit einem weichen Draht passiert. Über diesen Draht wird ein Stent eingebracht, der sich im Bereich der Verengung entfaltet und die Gefäßstelle von innen stabilisiert. In der Regel wird der Stent zusätzlich mit einem Ballon vorsichtig aufgedehnt. Der Eingriff ist für Patientinnen und Patienten meist schmerzfrei.

Zum Schutz vor Gefäßverschlüssen wird häufig ein spezieller Schutzfilter eingesetzt, der verhindert, dass sich Ablagerungen lösen und weitergetragen werden. Der Vorteil dieser Behandlung liegt in der schonenden Durchführung bei gleichzeitig sehr guter Kontrolle der Gefäße.

Die Eingriffe werden von erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel etwa zwei bis drei Tage. Für diese Behandlungen stehen in der Klinik eigene Betten für Patientinnen und Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen zur Verfügung.

Die interventionelle Schlaganfallbehandlung ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Klinik und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Neurologie. Bei einem akuten Schlaganfall werden die Hirndurchblutung und mögliche Gefäßverschlüsse schnell mithilfe moderner Bildgebung abgeklärt.

Bei einem Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes kann dieses über einen Katheter in der Leiste wieder eröffnet werden. Dabei wird das Blutgerinnsel mit speziellen Verfahren, zum Beispiel sogenannten Stent-Retrievern, direkt entfernt. Ziel ist eine schnelle Wiederherstellung der Durchblutung des Gehirns.

Die Behandlung ist rund um die Uhr verfügbar und wird von einem erfahrenen Team durchgeführt, in enger Abstimmung mit regionalen Schlaganfallzentren.

Hirnaneurysmen sind Aussackungen der Gefäßwand im Gehirn, die angeboren oder im Laufe des Lebens entstehen können. In seltenen Fällen kann es zu einer Ruptur mit Hirnblutung kommen, die eine lebensbedrohliche Situation darstellt.

Die Behandlung erfolgt am Klinikum Dortmund in enger Zusammenarbeit zwischen Neurochirurgie und Neuroradiologie. Zur genauen Beurteilung wird in der Regel eine digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt, die das Aneurysma sehr präzise darstellt.

Je nach Befund stehen verschiedene minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel das Verschließen des Aneurysmas mit speziellen Drahtspiralen (Coiling) oder der Einsatz von Stents. Ziel ist es, das Aneurysma sicher vom Blutfluss auszuschalten.

AV-Malformationen sind angeborene, durale AV-Fisteln häufig auch erworbene Gefäßfehlbildungen mit einer direkten Verbindung zwischen Arterien und Venen im Gehirn. Sie können verschiedene Beschwerden verursachen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Krampfanfälle oder Ohrgeräusche, werden jedoch oft erst durch eine Hirnblutung entdeckt.

Für die Behandlung ist eine genaue Voruntersuchung erforderlich, meist mit MRT und einer Gefäßdarstellung der Hirngefäße. Anschließend wird im interdisziplinären Team die individuell beste Therapie festgelegt.

Am Klinikum Dortmund stehen alle modernen Behandlungsverfahren zur Verfügung. Häufig erfolgt die Therapie minimal-invasiv über einen Katheter, bei dem die Gefäßverbindung mit speziellen Materialien von innen verschlossen wird.

Venöse Gefäßmalformationen sind angeborene Fehlbildungen der Venen, die häufig im Kopf- und Halsbereich, aber auch an den Extremitäten vorkommen. Diese Gefäßveränderungen können im Laufe des Lebens langsam größer werden und dadurch kosmetische oder funktionelle Beschwerden wie Druck oder Schmerzen verursachen.

Eine operative Entfernung ist bei ausgeprägten Befunden oft nicht möglich oder nur mit größeren funktionellen Einschränkungen verbunden. Alternativ kann eine minimal-invasive Behandlung durch sogenannte Sklerosierung erfolgen. Dabei wird die Gefäßmalformation gezielt punktiert und mit einem speziellen Wirkstoff behandelt, der zu einer Verödung und anschließenden Schrumpfung des betroffenen Gewebes führt.

Die Behandlung ist in vielen Fällen gut verträglich und kann die Beschwerden deutlich lindern. Sie erfolgt in enger Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen nach individueller Abklärung im Team.

Wir sind gern für Sie da.

In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie mit medizinischer Expertise, moderner Diagnostik und einer Behandlung, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei haben wir ein Ohr für Ihre Fragen, Ihre Sorgen und alles, was Ihnen wichtig ist.

Unser interdisziplinäres Team arbeitet Hand in Hand, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – kompetent, verlässlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit. Vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite und unterstützen Sie Schritt für Schritt.

Im Rahmen eines persönlichen Aufklärungsgespräches informieren wir Sie gerne über die verschiedenen minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeiten, den Ablauf des Eingriffs und mögliche Risiken. 

Sekretariat
Tanja Blumenschein

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