Klinikum der Universität Witten / Herdecke
Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Zentrum für
Roboter-unterstütztes Operieren
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Roboter-unterstütztes Operieren

Im Zentrum für roboter-unterstütztes Operieren am Klinikum Dortmund bündeln wir modernste Medizintechnik und die Expertise mehrerer Fachbereiche. An den Standorten Mitte und Nord stehen insgesamt drei hochmoderne Da-Vinci®-Operationssysteme zur Verfügung, die gemeinsam von den Kliniken für Chirurgie, Urologie und Gynäkologie genutzt werden. In der Klinik für Orthopädie kommt außerdem ein Knie-OP-Roboter zum Einsatz.

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Roboter-unterstütztes Operieren

Im Zentrum für roboter-unterstütztes Operieren am Klinikum Dortmund bündeln wir modernste Medizintechnik und die Expertise mehrerer Fachbereiche. An den Standorten Mitte und Nord stehen insgesamt drei hochmoderne Da-Vinci®-Operationssysteme zur Verfügung, die gemeinsam von den Kliniken für Chirurgie, Urologie und Gynäkologie genutzt werden. In der Klinik für Orthopädie kommt außerdem ein Knie-OP-Roboter zum Einsatz.

Was bedeutet roboter-unterstütztes Operieren?

Die roboter-assistierte Chirurgie ist eine Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, auch bekannt als Schlüssellochchirurgie. Die Eingriffe erfolgen über sehr kleine Hautschnitte, über die eine Kamera und feine Instrumente in den Körper eingebracht werden.

Im Unterschied zur klassischen minimal-invasiven Technik werden die Instrumente nicht direkt von Hand geführt, sondern über ein Robotersystem gesteuert. Die Operateurinnen und Operateure sitzen dabei an einer Konsole und führen jede Bewegung hochpräzise selbst aus. Der Roboter überträgt die Bewegungen der Chirurginnen und Chirurgen auf seine Instrumente und ermöglicht so eine noch exaktere Umsetzung.

Durch die dreidimensionale, stark vergrößerte Sicht und die besonders feinen Bewegungsmöglichkeiten lassen sich selbst komplexe Eingriffe kontrolliert und gewebeschonend durchführen.

Vorteile

Robotergestützte und minimalinvasive Operationsverfahren ermöglichen in vielen Fällen eine besonders schonende Behandlung und bieten zahlreiche Vorteile:

  • Kleinste mögliche Zugangsverletzungen
  • Weniger postoperative Schmerzen
  • Geringerer Blutverlust
  • Schnellere Genesung
  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • Reduziertes Risiko für Wundinfektionen
  • Besseres kosmetisches Ergebnis
     

Individuelle Therapieentscheidung


So fortschrittlich die roboter-unterstützte Chirurgie ist, eignet sie sich nicht für jede Erkrankung und nicht für jede Patientin oder jeden Patienten gleichermaßen. Deshalb wird vor jeder Operation sorgfältig geprüft, welches Verfahren im individuellen Fall die besten Erfolgsaussichten bietet.

Neben robotergestützten Eingriffen kommen auch klassische minimal-invasive oder offene Operationen zum Einsatz. Die Entscheidung wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten getroffen, wobei alle Möglichkeiten verständlich erläutert werden. Ziel ist stets die bestmögliche und zugleich sicherste Behandlung.

Einsatz in den Fachkliniken

In der Klinik für Chirurgie haben minimal-invasive Verfahren eine lange Tradition und werden seit vielen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Die roboter-assistierte Chirurgie ergänzt dieses Spektrum insbesondere bei komplexen Eingriffen im Bauchraum.

Wann immer möglich und sinnvoll werden minimal-invasive Operationsverfahren angewendet. In der Klinik für Chirurgie kommen sie bei folgenden Krankheitsbildern zur Anwendung:

  • Leber- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie (v.a. robotisch-assistiert)
  • Speiseröhren- und Magen-Operationen (v.a. robotisch-assistiert)
  • Rektum-(Enddarm-) Chirurgie (v.a. robotisch-assistiert) 
  • Darmoperationen bei Erkrankungen wie Divertikulitis oder Darmkrebs
  • Refluxchirurgie zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit und Zwerchfellbrüchen
  • Milzentfernung
  • Gallenblasenentfernung bei Entzündungen und Gallensteinen
  • Blinddarmoperation bei Entzündungen oder Tumoren
  • Hernienoperationen: Leisten-, Nabel- und Narbenbrüche
  • Adipositaschirurgie
  • Diagnostische Laparoskopie zur Abklärung unklarer Bauchbeschwerden, Darmverwachsungen oder zur Beurteilung der Ausbreitung von Tumoren

Diese Eingriffe werden in großer Zahl und mit hoher Expertise durchgeführt. Jährlich erfolgen mehr als 1.000 minimalinvasive Operationen in unserem Referenzzentrum für Minimal-Invasive Chirurgie, das von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zertifiziert ist.

Zur Klinik für Chirurgie

Auch in der Gynäkologie wird die roboter-unterstützte Chirurgie bei ausgewählten Eingriffen eingesetzt. Hier steht derzeit die operative Therapie des Endometriumkarzinoms im Fokus der DaVinci-Operationen. Neben der Gebärmutterentfernung müssen auch häufig die Lymphknoten im Bereich der Beckengefäße mit entnommen werden. Durch ein hoch modernes Fluoreszenzverfahren nach dem Sentinel-Prinzip können die Wächter-Lymphknoten gezielt dargestellt und entfernt werden. Alle übrigen Lymphknoten werden so geschont.

Von den Vorteilen der hohen Auflösung und des nervenschonenden Operierens profitieren in der Frauenklinik des Klinikums neben den Patientinnen mit bösartigen Veränderungen auch Frauen mit gutartigen Erkrankungen wie Endometriose oder Myomen und Patientinnen mit einer Senkung.

Dabei wird die Gebärmutter beziehungsweise der Gebärmutterhals mit einem Netz wieder angehoben; das Netz kann an unterschiedliche Gewebestrukturen im Becken der Frau verankert werden. Mögliche (seltene) Risiken dieser Operation sind chronische Schmerzen und Entleerungsschwierigkeiten von Darm oder Blase. Das Auftreten dieser Komplikationen kann – neben einer sorgfältigen Patientinnenauswahl – durch den Einsatz des DaVinci weiter reduziert werden, da bei diesem Operationssystem selbst feine Nervenstrukturen visuell darstellbar sind und so bei der Operation geschont werden können.

Zur Klinik für Gynäkologie

In der Orthopädie wird die roboter-assistierte Chirurgie vor allem beim Einsatz von künstlichen Kniegelenken genutzt. Dabei unterstützt ein spezieller Knie-OP-Roboter bei der präzisen Planung und Umsetzung des Eingriffs.

Bei der roboterassistierten Kniegelenksersatz-Operation wird im ersten Schritt die knöcherne Oberfläche des Kniegelenkes durch ein Tastinstrument abgegriffen. Aus dieser Information generiert der Computer ein Modell des patientenindividuellen Kniegelenks und passt die Lage des Implantates exakt an. Auf dieser Basis kann die optimale Position des Implantats festgelegt und während des Eingriffs jederzeit angepasst werden.

Der eigentliche Knochenschnitt erfolgt mit einer robotergeführten Säge. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die Operateurin oder der Operateur diese steuert und sie nur da sägt, wo gesägt werden soll.

Das System sorgt dafür, dass die geplanten Schnitte besonders exakt umgesetzt werden. Der Roboter hat eine Genauigkeit von etwa 0,5 bis 1 mm bzw. 0,5 bis 1 Grad und ist somit wesentlich genauer als das menschliche Auge es umsetzen könnte. Dadurch kann die Prothese sehr präzise eingesetzt sowie die Beinachse und die Stabilität des Gelenks optimal wiederhergestellt werden.

Der größte Vorteil liegt in der hohen Genauigkeit und Reproduzierbarkeit des Eingriffs. Dies ist besonders bei komplexen Ausgangssituationen wie Fehlstellungen oder fortgeschrittener Arthrose von Bedeutung und kann zu einer besseren Funktion des Gelenks und einer schnelleren Mobilisation beitragen.

Zur Klinik für Orthopädie

Die Klinik für Urologie setzt minimalinvasive und robotergestützte Verfahren insbesondere bei Erkrankungen der Prostata, der Nieren, der Blase und der Harnleiter ein. Gerade bei Tumorerkrankungen oder komplexen anatomischen Situationen spielt die hohe Präzision der Technik eine entscheidende Rolle.

Auch bei Nierenerkrankungen wie Nierenkrebs oder gutartigen Nierentumoren sowie bei Erkrankungen des Harnleiters kommen minimalinvasive Verfahren zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem die vollständige oder teilweise Entfernung der Niere, die Entfernung von Nieren- und Harnleitertumoren sowie rekonstruktive Eingriffe wie die Nierenbeckenplastik. Ebenso werden Erkrankungen der Nebenniere, etwa gut- oder bösartige Tumoren, minimalinvasiv operiert.

Darüber hinaus eignet sich die Schlüssellochtechnik für Eingriffe an der Harnblase, beispielsweise bei Harnblasendivertikeln oder Blasensenkungen, sowie zur Behandlung einer Varikozele. Auch in der Kinderurologie, etwa bei der Suche nach nicht abgestiegenen Hoden, wird sie eingesetzt.

Alle diese Eingriffe können in unserem MIC- und Robotikzentrum sowohl laparoskopisch und endoskopisch als auch roboter-assistiert mit dem Da-Vinci-System durchgeführt werden.

Vor jeder Operation erfolgt eine umfassende Diagnostik, bei der unter anderem bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT zum Einsatz kommen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob ein minimal-invasives oder robotergestütztes Verfahren sinnvoll ist. Ziel ist es, erkranktes Gewebe möglichst schonend zu entfernen, gesunde Strukturen zu erhalten und Nebenwirkungen zu reduzieren.

Zur Klinik für Urologie

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