Klinikum der Universität Witten / Herdecke
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Priv.-Doz. Dr. Raffael Liegl und Priv.-Doz. Dr. Constance Liegl informierten die Besucherinnen und Besucher beim mediTALK über das Glaukom.
| Susanne Riese – Unternehmenskommunikation

MediTALK zum Glaukom: Früherkennung kann Augenlicht retten

Das Glaukom gilt als eine der häufigsten Ursachen für eine irreversible Erblindung weltweit. Dabei lässt sich ein Verlust des Sehvermögens durch eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung in den meisten Fällen verhindern. Welche Therapien möglich sind, berichteten Experten des Klinikums Dortmund beim mediTALK.

Ein Glaukom entwickelt sich meist unbemerkt. Denn die auch als Grüner Star bekannte Augenerkrankung entwickelt sich schleichend und ohne Schmerzen. Unbehandelt kann die Erkrankung bis zur Erblindung führen. Wie sich das verhindern lässt, erklärten Priv.-Doz. Dr. Raffael Liegl, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Dortmund, und Priv.-Doz. Dr. Constance Liegl, Leiterin des Bereichs Glaukomerkrankungen, beim jüngsten mediTALK unter dem Titel „Glaukom – der stille Dieb des Sehens“. Mehr als 120 Interessierte besuchten die kostenlose Vortragsveranstaltung am Mittwoch (14.10.). Im Anschluss nutzten viele die Gelegenheit, den beiden Fachleuten gezielt Fragen zu stellen.

Weltweit sind rund 3,5 Prozent der Menschen zwischen 40 und 80 Jahren von einem Glaukom betroffen. Für das Jahr 2020 wurde die Zahl der Erkrankten auf etwa 76 Millionen geschätzt, bis 2040 könnte sie auf rund 112 Millionen steigen. Das Glaukom gilt als eine der häufigsten Ursachen für eine irreversible Erblindung weltweit. Dabei lässt sich ein Verlust des Sehvermögens durch eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung in den meisten Fällen verhindern.

Warum ein Glaukom lange unbemerkt bleibt

Zum Auftakt erläuterte Dr. Raffael Liegl, wie ein Glaukom entsteht und welche Rolle der Augeninnendruck dabei spielt. Ist der Abfluss des Kammerwassers gestört, kann der Druck im Auge steigen und die empfindlichen Nervenfasern des Sehnervs schädigen. Einmal abgestorbene Nervenfasern wachsen nicht nach. Besonders tückisch ist, dass Betroffene diese Veränderungen selbst erst spät bemerken. Das Gehirn gleicht fehlende Bildinformationen zunächst aus, sodass Einschränkungen des Gesichtsfeldes lange verborgen bleiben. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören neben einem erhöhten Augeninnendruck ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine familiäre Vorbelastung und eine hohe Kurzsichtigkeit.

Moderne Diagnostik und individuelle Therapie

Wie sich ein Glaukom bereits erkennen lässt, bevor Beschwerden auftreten, erläuterte anschließend Dr. Constance Liegl. Neben der Messung des Augeninnendrucks und der Untersuchung des Sehnervs spielt dabei die optische Kohärenztomographie (OCT) eine wichtige Rolle. Mit diesem bildgebenden Verfahren lassen sich Veränderungen der Nervenfaserschicht frühzeitig feststellen und im weiteren Verlauf kontrollieren. Da der Augeninnendruck im Tagesverlauf erheblich schwanken kann, sind mitunter wiederholte Messungen erforderlich.

Auch bei der Therapie kommt es auf die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten an. Ziel ist es, den Augeninnendruck dauerhaft zu senken und somit eine weitere Schädigung des Sehnervs zu verhindern. Dafür stehen neben Augentropfen verschiedene Laser- und Operationsverfahren zur Verfügung. Einen Einblick in die Entwicklung der operativen Möglichkeiten gab Dr. Constance Liegl unter anderem am Beispiel des sogenannten PAUL-Glaukom-Implantats, das am Klinikum Dortmund seit November 2025 erfolgreich eingesetzt wird.

Fortschreiten von Glaukomerkrankungen lässt sich verlangsamen

Die wichtigste Botschaft der beiden Augenärzte: Ein Glaukom ist zwar nicht heilbar, sein Fortschreiten lässt sich durch eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung jedoch in der Regel deutlich verlangsamen und die Sehkraft somit lebenslang erhalten. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind deshalb insbesondere für Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko wichtig.

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