Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Schwerpunkt
Infektiologie

In der Infektiologie werden Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Infektionen behandelt. Häufige Infektionen sind Lungenentzündungen, seltene Infektionen sind die Tuberkulose oder Infektionen die nach Auslandsaufenthalt, wie z.B. Malaria, auftreten. Ein größerer Schwerpunkt ist die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit HIV-Infektion. 

Lungenentzündung (Pneumonie)

Lungenentzündungen können auch bei ansonsten gesunden Menschen auftreten. Typische Beschwerden sind Atemnot und Fieber. In manchen Fällen verläuft die Infektion so schwer, dass eine ambulante Behandlung nicht ausreicht und eine stationäre Versorgung notwendig wird. Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel einer COPD, haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.

Besondere Vorsicht ist bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem geboten. Eine Immunschwäche kann beispielsweise durch eine HIV-Infektion entstehen, aber auch durch Therapien bei Tumor- oder rheumatologischen Erkrankungen. In diesen Fällen treten häufiger seltene oder ungewöhnliche Infektionserreger auf.

Patientinnen und Patienten stellen sich in der Regel zunächst in der Notaufnahme vor. Dort erfolgen eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen. Ergänzend werden bildgebende Verfahren wie eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie der Lunge durchgeführt.

In seltenen Fällen kann zusätzlich eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) sinnvoll sein, um die Ursache der Erkrankung genauer abzuklären.

Nach gesicherter Diagnose wird in der Regel eine Antibiotikatherapie über die Vene eingeleitet. Häufig erfolgt zusätzlich eine Sauerstoffgabe über die Nase, um die Atmung zu unterstützen.

Schwer erkrankte Patientinnen und Patienten werden auf der Intensivstation betreut.

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen sowie bei älteren Menschen – in der Regel ab einem Alter von 60 Jahren – sollten alle empfohlenen Schutzimpfungen durchgeführt werden. Auf diese Weise lässt sich das Risiko für Infektionen häufig deutlich reduzieren oder sogar vermeiden.

Pneumokokken (Bakterien), Influenza („Grippe“-Viren), Corona (Covid-19-Viren), RSV (Viren) und Pertussis (Bakterien – Keuchhusten)

HIV und AIDS

HIV steht für das "Human Immunodeficiency Virus". Es ist ein Virus, das das Immunsystem des Körpers angreift, insbesondere sogenannte T-Helferzellen die für die Koordination der Abwehr von Infektionserregern und Tumorzellen zuständig sind. Wenn jemand mit HIV infiziert ist, kann sein Körper weniger effektiv gegen Krankheiten kämpfen.

AIDS, das für "Acquired Immunodeficiency Syndrome" steht, ist das fortgeschrittene Stadium einer HIV-Infektion. Es tritt auf, wenn das Immunsystem so geschwächt ist, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, sich gegen Krankheiten und Infektionen zu wehren. Typischerweise treten dann Infektionen auf, die bei gesunden Personen kein Problem darstellen.

Ansteckungswege

HIV wird nur über bestimmte Körperflüssigkeiten übertragen. Die wichtigsten Ansteckungswege sind:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr (vaginal, anal oder oral) mit einer infizierten Person
  • Kontakt mit infiziertem Blut, zum Beispiel durch die gemeinsame Nutzung von Spritzen beim Drogenkonsum
  • Übertragung von einer HIV-infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit

Blutspenden werden in Deutschland sorgfältig getestet, sodass eine Übertragung auf diesem Weg heute nahezu ausgeschlossen ist.

Im Alltag besteht kein Ansteckungsrisiko: HIV wird nicht durch Händeschütteln, Umarmungen oder die gemeinsame Nutzung von Geschirr übertragen. Auch Mücken oder andere Insekten können das Virus nicht weitergeben.

Mit geeigneten Schutzmaßnahmen – insbesondere durch die Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen – lässt sich das Infektionsrisiko deutlich reduzieren.

Eine Blutuntersuchung kann die Viren und die Antikörper nachweisen. Bei entsprechenden Beschwerden werden in fortgeschrittenen Erkrankungen (AIDS) seltene Erreger z.B. bei Lungenentzündung gefunden.

Die Behandlung von HIV erfolgt mit einer Kombination aus Medikamenten in Tablettenform, die die Vermehrung der Viren im Körper wirksam unterdrücken. Dadurch kann erreicht werden, dass Patientinnen und Patienten mit HIV heute eine nahezu normale Lebenserwartung haben.

Auch bei bereits fortgeschrittener Erkrankung (AIDS) kann sich der Gesundheitszustand unter der Therapie deutlich verbessern. Voraussetzung dafür ist eine konsequente und dauerhafte Einnahme der Medikamente. Diese müssen in der Regel lebenslang eingenommen werden.

Bei HIV-infizierten Müttern kann durch eine gezielte Behandlung das Risiko einer Übertragung auf das Kind in den meisten Fällen verhindert werden.

Tuberkulose

Tuberkulose, oft abgekürzt als TB, ist eine in Deutschland seltene ansteckende Infektionskrankheit mit dem Bakterium Mycobacterium tuberculosis. Die meisten Patientinnen und Patienten haben eine chronische Lungenentzündung. In seltenen Fällen kommt es auch in anderen Organen, z.B dem Gehirn, den Knochen oder dem Bauch zu einem Befall.

Ansteckungswege

Tuberkulosebakterien werden von einer infizierten Person über die Luft übertragen, vor allem beim Husten. Eine Ansteckung ist insbesondere dann möglich, wenn Patientinnen und Patienten über längere Zeit engen Kontakt zu einer infizierten Person ohne Schutzmaßnahmen, z.B. Mundschutz, haben und dabei die Bakterien einatmen.

Bei den meisten Menschen kann das Immunsystem die Infektion kontrollieren, sodass keine Erkrankung ausbricht. Bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel bei einer HIV-Infektion, kommt es dagegen nach einer Ansteckung häufiger zu einer Erkrankung.

Da das Immunsystem im Alter nachlässt, kann Tuberkulose auch noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte nach der ursprünglichen Infektion auftreten – insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten.

Zu den häufigsten Symptomen gehören anhaltender Husten, Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Fieber. Manchmal kann auch Blut im Auswurf auftreten. Ein Teil der Personen hat keine Symptome trotz nachweisbarer Erkrankung. Bei anderen Patientinnen und Patienten besteht der Verdacht auf andere Erkrankungen, z.B. Lymphdrüsenkrebs und erst die genauen Gewebsuntersuchungen zeigen die Tuberkulose.

Röntgenaufnahmen der Lunge zeigen häufig typische Hinweise auf eine Tuberkulose. Dabei können sogenannte Kavernen sichtbar werden. Diese Hohlräume im Lungengewebe entstehen durch den Abbau von entzündetem Gewebe und ähneln in ihrer Struktur Abszessen.

Zur Sicherung der Diagnose werden in der Regel Sputumproben (Auswurf) untersucht. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, darunter spezielle Färbungen, molekularbiologische Tests und die Anzucht von Tuberkulosebakterien in einer Kultur. In den meisten Fällen kann die Diagnose so eindeutig gestellt werden.

Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten ist das Röntgenbild jedoch nicht eindeutig und auch die mikrobiologischen Untersuchungen bleiben unauffällig. In solchen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, zum Beispiel eine Gewebeentnahme zur genaueren Abklärung.

Tuberkulose ist gut behandelbar, erfordert jedoch eine konsequente Therapie über mindestens sechs Monate mit mehreren Antibiotika. Es ist sehr wichtig, die Behandlung vollständig und wie verordnet abzuschließen. Nur so kann die Erkrankung sicher ausheilen.

Wird die Therapie vorzeitig abgebrochen oder nicht regelmäßig eingenommen, können die Bakterien unempfindlich gegenüber den Medikamenten werden (Resistenzen). Dies erschwert die Behandlung erheblich.

Insgesamt ist Tuberkulose eine ernsthafte, aber gut behandelbare Erkrankung, die bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie in den meisten Fällen erfolgreich kontrolliert werden kann.

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