Der Bildgebungsroboter Loop-X wurde speziell für chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule und am Gehirn konzipiert, die höchste Präzision erfordern. Das Klinikum Dortmund gehört zu den Vorreitern dieser innovativen Technologie. Mit Loop-X können Ziele in diesen sensiblen Bereichen genau lokalisiert und markiert werden, die Tomografie-Daten werden intraoperativ nahezu in Echtzeit für die Navigation bereitgestellt.
Das von Medizintechnik-Pionier Brainlab entwickelte Loop-X macht komplexe Eingriffe an der Wirbelsäule wesentlich besser planbar. Biopsien am Gehirn sind durch die Navigation rahmenlos möglich, das heißt, ein Führungssystem, das mit Schrauben an der Schädeldecke angebracht wird, ist verzichtbar.
Bildgebung ohne Transport und Zeitverlust
Das erstaunlich schlanke High-Tech-Gerät kann frei über dem OP-Tisch bewegt und um die Patientinnen und Patienten herumgefahren werden. Röntgen- und Detektorpanel lassen sich unabhängig voneinander bewegen und bieten dadurch hohe Flexibilität und neue Möglichkeiten der Bildaufnahme. Die Strahlendosis kann so auch bei ultrahoher Auflösung minimiert werden.
Die Bildgebung läuft während des neurochirurgischen Eingriffs direkt auf dem OP-Tisch, ohne Transport in die Radiologie. Gearbeitet wird also mit Echtzeitdaten. Einmal gekennzeichnet, können die entsprechenden Stellen anhand intelligenter Lasermarkierungen exakt angesteuert werden. So lassen sich Eingriffe wie die Positionierung von Schrauben zur Stabilisierung der Wirbelsäule detailliert am Bildschirm planen und umsetzen, ebenso wie die Entnahme einer Probe in diesem sensiblen Bereich. Das funktioniert schnell und präzise, was nicht nur die Operations- und damit die Anästhesiezeit verringert, sondern auch die Strahlenbelastung.
Steuerung über ein Tablet
Gesteuert wird die Navigation über ein kabelloses Tablet. „Die Navigationsplanung ist sehr viel genauer und Registrierungsfehler nahezu ausgeschlossen“, sagt Prof. Dr. Oliver Müller, Direktor der Neurochirurgischen Klinik am Klinikum Dortmund. Das CT vor der Operation kann entfallen, ebenso postoperative Kontrollaufnahmen.
Prof. Dr. Müller und sein Team arbeiten seit Ende 2023 mit dem neuartigen Bildgebungsverfahren, das bislang nur an wenigen Kliniken in Deutschland zur Verfügung steht. Am Klinikum Dortmund wird Loop-X auch interdisziplinär eingesetzt und kann ebenso von den Kliniken für Unfallchirurgie sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie genutzt werden.