Klinikum der Universität Witten / Herdecke

Schwerpunkt
Rekonstruktive Hüftgelenks­chirurgie

Das Hüftgelenk kann auch bei jungen Menschen Hüftschmerzen verursachen. Zu den häufigen Diagnosen zählen die Hüftdysplasie, Drehfehler bzw. Achsenfehler am betroffenen Bein und das femoroacetabuläres Impingement. Zunächst muss festgestellt werden, warum ein Hüftgelenk Schmerzen verursacht. Manchmal sind hierfür eine genaue Untersuchung und umfangreiche Diagnostik erforderlich. 

Hüftdysplasie

Bei der Hüftdysplasie ist die Gelenkpfanne zu kurz für den Oberschenkelkopf. Dadurch ist die Fläche der Belastung zu klein, das Hüftgelenk wird auch bei normaler Belastung überlastet und es entwickelt sich unbehandelt nicht selten bereits in jungen Jahren ein Gelenkverschleiß des Hüftgelenks.

Schmerzen in der Leiste, im Gesäß und/oder im Oberschenkel unter Belastung und teils in Ruhe.

Wenn die Hüftdysplasie rechtzeitig festgestellt wird, kann eine dreidimensionale Beckenosteotomie nach Tönnis und Kalchschmidt (3D Beckenosteotomie/ 3DBO), wie sie am Klinikum Dortmund vor mehr als 30 Jahren entwickelt wurde, vorgenommen werden. Bei dieser Operation werden alle drei Knochen, die zur Hüftgelenkspfanne laufen, durchtrennt, die Pfanne über den Hüftkopf geschwenkt und der Knochen dann mit mehreren Schrauben wieder fixiert. Nach der Operation ist eine längere Teilbelastung erforderlich. Der Heilprozess des Knochens dauert mehrere Wochen.

In einigen Fällen kann die Arthrose bei Hüftdysplasie so schnell fortschreiten, dass bereits bei sehr jungen Betroffenen ein künstlicher Gelenkersatz erfolgen muss. 

Drehfehler am körpernahen Oberschenkel (vermehrte oder verminderte Antetorsion)

Bei einem Drehfehler am Oberschenkelknochen ist der körpernahe Oberschenkel entweder zu weit nach hinten oder zu weit nach vorne gedreht. Es findet sich eine asymmetrische Drehfähigkeit im Hüftgelenk nach innen und außen. Häufig fällt in der Untersuchung eine Außen- oder Innendrehstellung der Füße auf. In aller Regel wird ein Röntgenbild und eine Rotations-MRT Untersuchung erforderlich.

Meist bemerken Betroffene den Drehfehler durch Schmerzen in der Leiste, dem Gesäß oder dem Oberschenkel. Häufig trete diese Beschwerden auch nach längerem Sitzen auf.

Der Drehfehler muss bei Beschwerden korrigiert werden, um eine frühzeitige Arthrose zu vermeiden. Dies geschieht über eine Rotationsosteotomie, bei der der körpernahe Oberschenkelknochen durchtrennt, in die korrekte Position gedreht und mit einer Platte wieder fixiert wird. Diese Operationsmethode heißt intertrochantäre Umstellungsosteotomie (ITO). Nach der Operation ist eine längere Teilbelastung einzuhalten, bis der Knochen wieder verheilt ist.

Femoro­azetabuläres Impingement

Hüftkopf und Hüftpfanne passen nicht korrekt zueinander und es kommt zu einer Einklemmung zwischen den Gelenkpartnern, was zu einer Schädigung des Gelenkknorpels führt. Man unterscheidet an der Hüfte zwei Formen:

Beim CAM-Impingement liegt eine Formstörung am Hüftkopf und auch am Schenkelhals vor.

Beim Pincer-Impingement liegt das Problem an der Pfanne. Diese umschließt den Hüftkopf zu stark und behindert daher die Bewegung im Gelenk ebenfalls mit der Folge eines verfrühten Gelenkschadens. In der Regel werden ein Röntgenbild und ein MRT benötigt.

Diese Einklemmung erzeugt Schmerzen bei bestimmten Bewegungen (Beugung und Drehung des Oberschenkels) und eine Bewegungseinschränkung.

In aller Regel kann die Einklemmung am Hüftgelenk durch eine Hüft-Arthroskopie, eine Mini-Gelenkeröffnung und im ausgeprägten Fall sogar durch eine chirurgische Hüftluxation behoben werden. 

Dabei werden die störenden Knochenvorsprünge abgetragen.

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